Ausbildung zum Rettungsassistenten

Notfallrettung ist nichts für Jedermann

Rettungswagen
Entgegen der veralteten Vorstellung ist es nicht der Rettungssanitäter, der das Sagen hat. Mittlerweile ist es fast 20 Jahre her, dass sich das Berufsbild des Rettungsdienstlers geändert hat. Damals besuchte man ein paar Schulungen und durfte anschließend als Sani mit Blaulicht durch die Straßen brettern.

Den Rettungssanitäter gibt es zwar noch, doch um Rettungswagen fahren zu können, sollte man die vollwertige Ausbildung machen, die bald eventuell eine neue Reform erlebt. Und wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Rettungswagen und Krankenwagen?

Zur Übersicht von Ausbildungsberufen.

Bildung-news.com stellt Ihnen die Ausbildung zum Rettungsassistenten vor.

Die Voraussetzungen zum Rettungsassistenten

Prinzipiell gestalten sich die Voraussetzungen relativ einfach. Neben der Volljährigkeit wird ein Hauptschulabschluss verlangt. Das polizeiliche Führungszeugnis darf keine Einträge vorweisen, da man mit Betäubungsmitteln arbeiten wird, und eine gewisse körperliche Eignung sollte gegeben sein.

Bis spätestens zum Abschluss der theoretischen Ausbildung sollte man zumindest den Führerschein der Klasse C1 erworben haben, da die Fahrzeuge in der Regel über 3,5 Tonnen wiegen.

Jedoch sollte man sich im Vorhinein klar darüber sein in welchen Bereichen man arbeitet und welche Situationen einen erwarten können. Früher oder später wird man mit Extremsituationen konfrontiert, wie z.B. Autounfälle mit Schwerstverletzten und auch der Tod ist ein alltägliches Thema, mit dem man zutun haben wird.

Rettungsdienstgrundlagen

Es gibt im Rettungsdienst neben den ganz kurzen Schulungen (Sanitätshelfer usw.) drei Ausbildungen, von denen lediglich der Rettungsassistent (RA) als bundeseinheitlich gesetzlich geregelter Ausbildungsberuf gilt. Der Rettungshelfer besteht aus vierwöchiger Schulung und anschließendem Praktikum als „dritter Mann“ auf einem Rettungswagen.

Die Ausbildung zum Rettungssanitäter erfordert noch ein Krankenhauspraktikum und eine weitere Prüfung mit leicht erhöhtem Schwierigkeitsgrad im Vergleich zur Rettungshelfer-Prüfung. Im Rettungsdienst unterscheidet man zwischen Krankenwagen und Rettungswagen. Der Krankentransportwagen (KTW) wird in der Regel für Transporte von nicht im Leben bedrohten oder schwerer verletzten Personen eingesetzt. Zum Alltag gehören also auch Dialyse-Fahrten und Transporte vom Krankenhaus zurück z.B. ins Altenheim.

Auf einem KTW muss mindestens ein Rettungssanitäter und ein Rettungshelfer arbeiten.

Der Rettungstransportwagen (RTW) ist für die Notfallrettung vorgesehen und hat als Mindestbesatzung einen Rettungsassistenten und einen Rettungssanitäter vorzuweisen.

Viele Wege führen zum Rettungsassistenten

Für jemanden ohne Vorerfahrungen im medizinischen Arbeitsbereich ist die Vollzeitausbildung mit anschließendem Praxisjahr vorgesehen.

Sie dauert insgesamt zwei Jahre, von denen das erste Jahr den Theorieunterricht und ein neunwöchiges Krankenhauspraktikum beinhaltet. Der Unterricht findet an einer staatlich anerkannten Rettungsassistentenschule statt, die häufig von Hilfsorganisationen wie Malteser oder Johanniter getragen wird, aber auch die größeren Berufsfeuerwehren bilden in ihren Schulen externe Bewerber aus.

Im Allgemeinen sind die Kosten für die theoretische Ausbildung von jedem selber zu tragen. Da einige Schulen ihren Unterricht aber auf abends gelegt haben, besteht die Möglichkeit weiterhin einer anderen Arbeit nachzugehen.

Wer eine Vorbildung aufweisen kann, z.B. Krankenpfleger, Sanitätsoffizier oder Rettungssanitäter, kann eine verkürzte Theorieausbildung absolvieren. Diese wird an den gleichen Schulen angeboten und muss ebenfalls selber finanziert werden.

Prüfung zum Rettungsassistenten

Der Theorieuntericht wird mit einer mehrtägigen Prüfung abgeschlossen, in der ein schriftlicher Test, eine mündliche Prüfung und mindestens zwei Fallbeispiele bestanden werden müssen. Anschließend geht es in das sogenannte Praxisjahr auf einer Lehrrettungswache.

An der Schule wird man zeitig aufgefordert sich um eine Stelle als „Rettungsassistent im Praktikum“ an einer solchen Wache zu bewerben. In dieser Zeit fährt man bereits als „zweiter Mann“ Rettungswagen, unter Aufsicht und Betreuung eines erfahrenen Kollegen.

Es sind 1600 Praxisstunden gefordert, die in der Regel in weniger als 12 Monaten zu bewältigen sind.

Zum Erhalt der Urkunde, die einen als fertigen Rettungsassistenten auszeichnet, muss ein Abschlussgespräch mit dem leitenden Notarzt des Kreises geführt werden, das in den meisten Fällen bei Kaffee und Kuchen stattfindet.

TIPP:

Wenn man ohne Vorbildung in die Ausbildung startet, kann eventuell die Ausbildungszeit verkürzt werden, indem man eine Rettungswache findet, auf der man sich innerhalb von drei Monaten zum Rettungssanitäter ausbilden lässt. Anschließend macht man die verkürzte Ausbildung zum RA, die in etwa vier Monaten zu bewältigen ist und geht dann ins Praxisjahr. So spart man ein halbes Jahr Zeit.

Inhalt des Theorieunterrichtes

Der Unterricht wird meist von Ärzten oder speziell ausgebildeten Rettungsassistenten gehalten.

Themen sind:

  • anatomische und physiologische Grundlagen des menschlichen Körpers,
  • allgemeiner naturwissenschaftlicher Überblick,
  • Krankheitslehre und
  • Notfallmedizinische Krankheitsbilder, die sowohl theoretisch als auch in Fallbeispielen bearbeitet werden.

Hinzu kommen noch:

  • Grundlagen der Arzneimittelkunde,
  • Rechtskunde,
  • Hygiene,
  • Organisationsstrukturen und
  • technische Hilfsmittel im Rettungsdienst.

Das alles ist nötig, damit der Rettungsassistent später seine Aufgaben im Notfalleinsatz eigenständig erfüllen kann. Bis zum Eintreffen des Notarztes soll er eigenverantwortlich die Versorgung des Patienten übernehmen und anschließend bei ärztlichen Maßnahmen assistieren. Aber auch ohne Arzt muss eine qualifizierte Betreuung bis zum Eintreffen am Krankenhaus stattfinden.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach dem Notarzt ist der Rettungsassistent die höchste Qualifikation im Rettungsdienst. Jedoch kann man sich in vielseitigen parallel laufenden Bereichen weiterbilden, die vor Allem organisatorischer Natur sind:

  • Lehrrettungsassistent als Ausbilder und Mentor
  • Desinfektor, Hygienebeauftragter
  • Einsatzleiter
  • Wachleiter
  • Leitstellendisponent uvm.

Die Zukunft

Es steht intensiv zur Debatte die Ausbildung zum Rettungsassistenten zu überarbeiten, da dieser sich im Einsatz mit seinen Kompetenzen häufig in rechtlichen Grauzonen bewegt.

Die Ausbildung soll auf drei Jahre verlängert werden und von den Wachen und Organisationen wie bei den meisten Ausbildungen vergütet werden, so dass nicht nur derjenige ausgebildet wird, der das Geld für die Schule aufbringen kann.

Tipps für das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung zum Rettungsassistenten.

Hier finden Sie eine Liste von weiteren beliebten Ausbildungsberufen.

Bitte schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema!

Squall
31. Mai

der bericht ist ziemlich gut gelungen, bis auf ( meiner meinung nach ) 2 sachen:
1. heißt der RTW Rettungswagen
und 2. sollte da eventuell noch stehen das jedes Bundesland andere regelungen hat. ( z.B. darf in bundesland X ein RH und ein RA aufm RTW sein und in bundesland Y muss mindestens ein RA und RS )

becky
30. November

ich würde gerne menschen helfen und sie sogar retten…
es muss einfach ein tollen gefühl sein wenn man weis man hat jemanden geholfen und sein leben gerettet..

ich würde gerne auch so ein mensch sein

lol hab ecuh lieb becky

Chris
25. März

@Squall
Ein RTW heißt RettungTransportWagen.
Ja ich werde mich nach der Schule dafür bewerben.

mfg

Marian
11. Mai

becky hat ein Gott-Komplex XD

Putzlappen
21. Mai

Alle die darüber nachdenken diesen Beruf zu erlernen kann ich nur massiv davon abraten.
200-240 Std. in Schichtdienst monatlich für durchschnittlich 1250 Euro netto.
Aufstieg sieht mies aus. Aufgrund der 2 jahres Ausbildung
ist die Umschulung auch kaum möglich weil es ja keine „richtige Ausbildung“ ist. Verantwortung ja, kompetenzen kaum. Grauzonengänger. Sobald was passiert rollt euer Kopf.
Gesellschaftlich seit ihr nur die blaulichtgeilen Idioten. Ruhm und Ehre.Ha ha ha. Wacht auf.
Und das tolle Gefühl was man hat, wenn soeben etwas tolles geleistest wurde,@ becky, kann auch jederzeit umschlagen.Es läuft nicht immer alles glatt.Sprich viel Stress für wenig Geld. Man hat aber noch ein Privates Leben. In diesem Leben wirst du festellen das das Gefühl, etwas gutes getan zu haben, nicht den Kühlschrank füllt oder die Familie in den Urlaub bringt.Wenigstens bist du ständig arbeiten, so das du dir niemals gedanken darüber machen musst.

Abschließend möchte ich sagen das es wirklich tolle Momente im Rettungsdienst gibt aber die Schattenseiten überwiegen.Denkt auch an Morgen.Geht in die Rettungswachen und fahrt mal ein Wochenende mit bevor ihr diesen Beruf erlernt. Überlegt ob ihr diese Tätigkeit in 30 jahren auch noch ausüben könnt.
Solange die Gesellschaft diese Arbeit nicht zu 100% anerkennt, eingruppiert und rechtlich deutlich definiert- Finger weg.

xx
27. Mai

@Putzlappen

Und aus diesen all so schrecklichen, merkantilistischen Gründen herraus sollte man keinesfalls solch eine Ausbildung machen! Doch wenn es keine „blaulichtgeilen Idioten“ gäbe, wen würden dann die Leute anrufen bei ihren Wehwehchen? Und wenn man bedenkt, dass Pfleger Scheisse wegwischen müssen für den gleichen Lohn!? Unerhört!
Menschen die solch einen Beruf erlernen nennt man „selbstlos“. Und von dieser Art gibt es immer weniger.
Ich selbst bin kein Rettungsassistent. Nur um irgendwelchen falschen Ideen zu zerstreuen.

Mfg

Dennis
24. Januar

Ich habe ein Hauptschulabschluss. Ich möchte Menschen helfen! also nicht ein „Held“ sein sondern helfen ! es gibt ja so deppen sie denken sie wären „Helden“ wen sie jemanden das Leben retten. Ich denke das ist eine Selbstverständlichkeit weil man fährt ja auch nicht an einem Unfall vorbei… man hält an und schaut ob man helfen kann! so ist es bei mir ! ich helfe gerne ! 1. Hilfe vorort musste ich schon machen ! und seit dem möchte ich Rettungsassistent werden ! zum glück konnte, der bei dem ich 1. Hilfe angewendet habe, gerettet werden.

Wen man etwas will kann man es erreichen! Tatsache !
*wenn es realistisch ist*

Robert
25. Januar

Ich habe bereits eine abgeschlossene Ausbildbung zum Rettungsassistent erfolgreich absolviert. Die Rettungsdienstschule an der ich war, heißt medakademie Berlin GmbH. Könnt ihr euch gerne einmal anschauen:

Hab eine super Ausbildung dort genossen und verdiene heute auch gutes Geld.

Wer sich für einen medizinsches Beruf interessiert, sollte sich nach guten Rettungsdienstschulen ausschauen.

MfG Robert

Moriz
6. Juni

Robert, braucht man dafür eine bestimmte Körpergrösse oder Gewicht ? – NRW

Sarah
28. Oktober

Moritz,es kommt darauf an was die Leute sagen,bei denen du dich bewirbst.Ich mache gerade mein 3.Ausbildungsjahr und ich habe nur eine Größe von 1,56.

maik
20. Dezember

Ich bin jetzt 14 und beschäftige mich sehr mit ddm thema erste Hilfe und leben retten und so weiter.
Ich würde gerne später Rettungsassi bei einem Notarzt werde, kann mir da jemand helfen oder nhn tipp geben wie ich dahin komme


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