Lohnt sich eine Ausbildung zum Bankkaufmann?

Erfahrungsbericht über meine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse

Bankkaufmann Ausbildung
Die Ausbildung zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann steht bei Jugendlichen in Deutschland ganz oben auf der Wunschliste nach dem Schulabschluss. Jedoch stellt sich die Frage, ob eine Bankausbildung das Richtige ist.
Meine Erfahrungen während meiner Lehre bei einer Sparkasse haben gezeigt, dass die Anstellung in einer Bank nicht für jeden geeignet ist. Um Unentschlossenen bei der Wahl der Ausbildungsstelle zu helfen, berichte ich in diesem Artikel über mein Azubi-Dasein.

Lesetipp: Welche Ausbildungsberufe gibt es?

Erfahrungsbericht Ausbildung zum Bankkaufmann

Ich kann lediglich über meine Sparkasse schreiben, so dass konkrete Informationen über andere Banken, wie z.B. der Deutschen Bank, der Dresdner Bank, der Sparda Bank und den Volksbanken und den Online-Banken, aus weiterführenden Quellen bezogen werden sollten. Allerdings waren in meiner Berufsschulklasse auch Angestellte anderer Banken als nur von der Sparkasse. Die Situation bezüglich der Berufsschule sollte daher vergleichbar sein.

Meine Entscheidung eine Banklehre aufzunehmen

Nach meinem Abitur, dass ich übrigens mit sehr gut abgeschlossen habe, musste ich mehr oder weniger freiwillig für 12 Monate zur Bundeswehr. Sicherlich wäre auch der Zivildienst eine Alternative gewesen. Jedoch zu meiner Zeit hatte dieser noch 15 Monate gedauert, wodurch ich mehr Zeit verloren hätte und eine Ausbildung nicht im August hätte beginnen können.

Während der Zeit bei der Bundeswehr habe ich den Entschluss gefasst, mich bei der Sparkasse zu bewerben. Ehrlich gesagt habe ich zu dieser Zeit nicht wirklich die Alternativen gründlich betrachtet, was im Nachhinein vielleicht ein Fehler war.

Jedenfalls haben letztlich mehrere Faktoren meine Entscheidung zur Aufnahme der Lehre beeinflusst. Einerseits haben bereits meine Oma und mein Bruder in der Bank gearbeitet. In der Familie gab es somit eine Tendenz zu Berufen im Finanzsektor. Weiterhin konnte ich durch meinen Bruder bereits Kontakte in der Bank sammeln, so dass es durch aktives Networking recht einfach war, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Ferner wollte ich zu Beginn meiner Karriere einerseits eine Grundlage durch eine solide Ausbildung schaffen und andererseits einen tiefen Einblick in ein Unternehmen bekommen. Mir war allerdings schon früh klar, dass ich nach der Lehre studieren und ins Ausland gehen wollte.

Die Ausbildung in der Berufsschule und in den Zweigstellen bzw. Abteilungen

Die Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau ist eine so genannte duale Ausbildung, d.h. einerseits arbeitet der Auszubildenden in verschiedenen Zweigstellen und Abteilungen andererseits wird das theoretische Wissen in der Berufsschule vermittelt. Bei meiner Bank war es so organisiert, dass ich drei Tage in der Woche in die Bank und zwei Tage in die ca. 50 km entfernte Berufsschule gehen musste.

In der Berufsschule waren wir ca. 25 Auszubildenden von verschieden Banken, Sparkassen und Volksbanken. In meiner Klasse waren ausschliesslich Abiturienten, da die Ausbildung Zusatzkurse speziell für Abiturienten beinhaltete. Auch konnte ich meine Lehre auf 2 ½ Jahre verkürzen, da ich Abitur habe.

Die Berufsschule war recht interessant.

Themenbereiche waren:

  • Bankbetriebslehre
  • Buchhaltung
  • Wirtschaft
  • Versicherungslehre
  • Steuerlehre

Das Niveau fand ich ein wenig höher als beim Abitur. Obwohl ich in der Berufsschule überwiegend sehr gute Noten bekommen habe, konnte ich bei der IHK-Prüfung am Ende der Lehre nicht wirklich überzeugen. Der Grund hierfür lag meines Erachtens darin, dass bei der Abschlussprüfung nur Multiple-Choice-Aufgaben gelöst werden mussten und ich bei solchen Aufgaben grundsätzlich schlecht abschneide.

Arbeit als angehender Bankkaufmann

Die Arbeit in den Zweigstellen und Abteilung empfand ich als eher langweilig. Ich hatte das Gefühl, dass die Angestellten nicht wirklich ein Interesse daran hatten, jungen Menschen etwas beizubringen und sie weiterhin Angst um ihren Job hatten. Auch nachdem ich darauf hingewiesen habe, hatte sich nichts geändert.

Die Verantwortliche für die Auszubildenden hatte mir gesagt, dass die Lehrlinge geschützt werden müssten und auch laut Gesetz nicht eigenständig Aufgaben ausführen dürften.

Jedenfalls hat sich mein Tätigkeitsbereich darauf beschränkt, Überweisungen entgegenzunehmen und zu überprüfen, Akten abzuheften und Kunden in einfachen Dingen zu beraten. In den verschiedenen Abteilungen habe ich meist nur in bestehenden Verträgen geblättert, um zu sehen, wie diese ausgefüllt werden müssen. Vielleicht hätte es etwas genützt energischer nach sinnvollen Aufgaben zu fragen.

Meine Empfehlungen und Gedanken für Interessierte bzw. Betroffene

Angesichts meiner Erfahrungen kann ich daher folgende Empfehlungen für Jugendliche geben, die mit dem Gedanken spielen, eine Banklehre aufzunehmen:

Alternativen abwägen:

Bevor man sich festlegt, sollten alle Alternativen betrachtet werden. Hierbei hilft es, auf einem Zettel alle Möglichkeiten zu notieren und jeweils die Vorteile und Nachteile aufzuschreiben und zu gewichten.

Praxiserfahrung sammeln:

Falls man bereits vor der Banklehre mit dem Gedanken spielt, nach der Lehre ein Studium aufzunehmen und die Lehre nur macht, um Einblicke in ein Unternehmen zu bekommen, sollte man sich gut überlegen, ob es nicht besser wäre, den Praxisbezug durch (Auslands)Praktika, HIWI-Jobs an einem Lehrstuhl oder als freier Mitarbeiter während des Studiums in einer Firma zu bekommen.

Allerdings wäre eine Banklehre bei einem anschliessenden Studium im Bereich Finanzen durchaus hilfreich.

Noten:

Gute Noten in der Berufsschule ist nicht gleichzusetzen mit guten Noten in der IHK-Prüfung. Während in der Berufsschule oftmals offene Fragen gestellt werden, besteht die Abschlussprüfung ausschliesslich aus Multiple-Choice-Aufgaben.

Fragen beim Vorstellungsgespräch zum Bankkaufmann:

Während des Vorstellungsgesprächs sollte gefragt werden, in welchen Zweigstellen und Abteilung Auszubildende arbeiten und welche konkreten Aufgaben ein Azubi machen darf. Auch sollte in Erfahrung gebracht werden, ob die Ausbildung unter Umständen verkürzt werden kann und in welchem Rhythmus Berufsschule und Praxis sich abwechseln.

Michael

Lesen Sie hier weiter: Ausbildungsberufe im Überblick

Bitte schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema!

Wanne
17. Februar

das ist sehr gut. Verschafft einen genauen Überblick,nicht zu lang aber ausreichend informativ 😉 Danke.

Kanne
13. Dezember

Also ich habe eine Ausbildung zur Bankkauffrau begonnen und abgebrochen. Das Einzige was ich mitgenommen habe, ist ein Trauma. Es stimmt, die Kollegen ( meistens Kolleginnen ) haben kein Bock was zu erklären.In der Bank ist Teamfähigkeit sehr wichtig und dass wird auch nach außen gepflegt, aber intern sind die alle Konkurrenten unter einander. Bei uns in der Sparkasse war es so, dass man eher über interne Kontakte (als über andere Qualifikationen) an bestimmte Positionen kommen konnte. Naja, die Ausbildungsvergütung ist recht hoch, aber nach der Ausbildung verdient man ungefähr 1200 Euro-1500 Euro netto. Dafür, dass man Abi hat und sich so einen Stress macht, lohnt sich der Job nicht.Im ganzen würde ich sagen, dass die Arbeit in einer Bank mehr Schein als Sein ist.

kla usi
4. Mai

Das ist kompleter Blödsinn ich habe auch einen Ausbildungsplatz bei der Bank, und wenn man erst einmal die Ausbildung hat, dann kann man auch Industriekauffrau oder….werden. Es ist wirklich ein guter Beruf!!

milad
19. Oktober

Ich danke euch sehr für eure Meinungen.
Ich finde den Beruf sehr gut und habe bis jetzt 5 Bewerbungen für 5 unterschiedliche Banken geschickt.
Ich will nächstes Jahr mit einer Ausbildung als Bankkaufmann und Fachabi anfangen.
Ich hoffe es klappt:)
Was meint ihr dazu?

Dias rui vicente
22. April

ich habe gern mehr von ausbildung, erfahren, machen

Werner
23. Mai

Danke für diesen Erfahrungsbericht.
Wie schon erwähnt ist es durch aus sinnvoll eine solche Ausbildung vor einem BWL Studium zu machen. Dass hier eine eher negative Erfahrung gemacht wurde, ist natürlich schade. Über den Bekanntenkreis habe ich nur Positives gehört. Das hängt natürlich sehr stark von der Bank ab, wo gelernt wird.
Im Allgemeinem ist der Finanzsektor sehr interessant. Es gibt sehr viele Berufsbilder, die ausgeübt werden können. Kürzlich erst bin ich auf eine gute Seite gestoßen, wo einiger Berufsbilder aus diesem Sektor beschrieben werden. Sehr informativ und interessant. Ich hinterlasse hier mal einen Link, falls jemand Interesse hat:
Gruß


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