Arbeit in Unternehmensberatung, Traum oder Alptraum?

Unternehmensberatung bewerbenWer in der Unternehmensberatung arbeiten will, sollte wissen worauf er sich einlässt
Viele Studienabgänger träumen davon. Bei einer der Top Unternehmensberatungen anheuern, dort zwei bis drei Jahre arbeiten und dann den Sprung in eine Führungsposition in einem Industrieunternehmen schaffen. Unternehmensberatungen wie McKinsey, Roland Berger, Accenture und Co gelten insbesondere bei Studenten als attraktive Arbeitgeber. Interessante Projekte in den unteschiedlichsten Branchen wie Automobil, Telekommunikation, IT, Energie etc. sowie ein attraktives Einstiegsgehalt locken viele Berufsanfänger. Die meisten sind sich jedoch nicht in vollem Umfang darüber bewusst, was es wirklich bedeutet letztlich bei einer Beratung angestellt zu sein und dort zu arbeiten. bildung-news.com nennt ihnen 5 Gründe, die gegen eine Anstellung als Unternehmensberater sprechen.

#1 Verlust des Freundeskreises
In einem Projekt zu arbeiten, bedeutet in der Regel auch oftmals an Wochenenden arbeiten zu müssen. Die Freizeit unter der Woche fällt komplett weg, da bis in die Nacht gearbeitet wird. Morgens geht die Arbeit weiter. 12-14 Stundentage sind in Beratungsprojektphasen keine Ausnahme. Am Anfang rufen die Freunde noch regelmässig an. Da sie jedoch selbst am Wochenende keine oder nur Zeit haben, wird irgendwann nur der harte Kern des Freundeskreises übrig bleiben. Wer zu lange in der Beratung arbeitet verliert selbst diesen.

#2 Schlechte Bezahlung
Dies scheint zunächst ein Widerspruch zu sein, da Berater als gut bezahlt gelten. Im Vergleich zu einem Durchschnittsarbeitsplatz wie einer Sekretärin oder einem Bürokaufmann sind sie sehr günstig. Wenn man berücksichtigt, dass Mitarbeiter von Unternehmensberatungen in der Regel ein x-faches an Arbeitsstunden als der Durchschnittsangestellte absolvieren, sind die Stundensätze sehr gering. Das Wort „Überstunden“ exisitiert in Beratungen quasi nicht. Wer nicht mitzieht, kann sich schnell nach einem neuen Job umgucken.

#3 Ellbogengesellschaft bei den Kollegen
Wer in der Beratung nicht auf Dauer das letzte Glied in der Kette sein will, muss durch Leistung auffallen. Je nach Unternehmenskultur kann es sein, dass jeder nur auf sich guckt und versucht vor dem Vorgesetzten und dem Kunden gut dazustehen. Dort werden dann auch nicht immer fairen Mittel eingesetzt. Um nicht unterzugehen, muss man selbst Ellbogen einsetzen. Wer dazu nicht in der Lage ist oder in einem solchen Klima nicht arbeiten möchte wird wohl nicht lange in dem Beraterjob überleben.

#4 Kunden von Berungsprojekten erzeugen zusätzliche Spannungen
Wenn die Unternehmensberatung in der Tür steht, haben viele Mitarbeiter der beratenen Firma ein ungutes Gefühl. Schlechte Erfahrungen oder die Angst vor dem Jobverlust, führt dazu, dass Berater in den meisten Fällen nicht mit offenen Armen empfangen werden. Insbesondere in krisengeschüttelten Unternehmen, wo in der Firma bekannt ist, dass Stellen abgebaut werden sollen, muss man mit offenen und aggressiven Anfeindungen rechnen. Neben direkten Konfrontation muss jeder mit seinem Gewissen vereinbaren können auch Mitarbeiter auf die Strasse zu setzen.

#5 Emotionaler und körperlicher Stress durch hohe Arbeitsbelastung
Aufgrund der hohen Arbeitsbelatung, die sowohl physischer als auch psychischer Natur sein kann, stehen viele Berater zeitweise unter enormer Anspannung. Diese kann sich in gesundheitlichen Beschwerden, als auch zum Burnout führen (über Erfahrungen mit Burnout hatte bildung-news.com bereits berichtet). Durch wenig Schlaf, keine Bewegung kombiniert mit unregelmässiger Ernährung bewegt sich der Körper in eine Abwärtsspirale, die keinen Spielraum zur Regeneration lässt.

Fazit: Wer in der Unternehmensberatung überleben möchte, sollte hart im Nehmen sein. Jobsuchende, die viel Wert auf Freizeit legen, sind in der Beratung schlecht aufgehoben. Nichtsdestotrotz gibt es eine Vielzahl von Fällen, die erfolgreich die Unternehmensberatung als Karrieresprungbrett nutzen. Beratung ist oftmals auch eine Passion. Man muss für diesen Job geboren sein, um dort erfolgreich sein zu können. Wer sich auf ein Bewerbungsgespräch bei einer Beratung vorbereiten möchte, kann dieses Buch nutzen: Das Insider-Dossier: Bewerbung bei Unternehmensberatungen – Consulting Cases meistern.

Bitte schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema!

Unternehmensberater
12. Juni

Die problematische Work-life-Balance-Situation ist in vielen Beratungsunternehmen nicht gerade unüblich. Also intensiv abwägen und durch z. B. Praktika mal hineinschnuppern… 😉

Herzliche Grüße

Ladylila
30. Juni

Kann ich absolut bestätigen…
Welch Ironie, dass in meiner Unternehmensberatung nur Einzelkinder arbeiten, die alle keine Kinder und/oder Partner haben.

Nichs für mich, nie wieder. Ich hoffe, bald aus der Unternehmensberatung rauszukommen.


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