Berufsbildende Schulen (BBS) in Deutschland

medizinische-fachangestellte.jpgSchulformen berufsbildender Schulen in Deutschland
Spätestens nach dem Abschluss der Hauptschule, der Realschule oder dem Gymnasium stellt sich für Absolventen, die nicht studieren möchten, die Frage, welchen Beruf man ergreifen sollte. Unabhängig vom gewählten Beruf ist es für eine erfolgreiche Karriere wichtig, die theoretischen Kenntnisse zu erweitern und gleichzeitig hinreichend Praxiserfahrung zu sammeln. In Deutschland haben sich eine Vielzahl berufsbildender Schulen etabliert, die sich zum Ziel setzen, jungen Menschen den direkten Einstieg ins Berufleben zu erleichtern. Auch vermitteln diese Schulen notwendige Grundlagen, um den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit wagen zu können. Berufsbildende Schulen bilden somit eine gute Basis für ein erfolgreiches Berufsleben und bieten ebenso gute Voraussetzungen zur Gründung eines eigenen Unternehmens. Das Angebot an Schulen ist vielfältig, so dass eine Entscheidung für den richtigen Schultyp nicht leicht fällt. Dieser Artikel hat zum Ziel, die verschiedenen Schulformen an berufsbildenden Schulen kurz vorzustellen, um die Entscheidung zu erleichtern.

Berufsaufbauschule
Die Berufsaufbauschule greift auf die Kenntnisse und Fähigkeiten zurück, die in der Hauptschule, der Berufsschule und im Betrieb vermittelt wurden. Aufbauend auf der Grundlage einer abgeschlossenen Berufsausbildung und bisheriger Berufserfahrung werden allgemeine Kenntnisse auf technischem und wirtschaftlichem Gebiet vermittelt. Die Schüler sollen so auf eine höhere qualifizierte Tätigkeit vorbereitet werden. Die Ausbildung dauert in der Regel ein Jahr im Vollzeitstudium und ist für Hauptschüler mit abgeschlossener Berufsausbildung geeignet, die nachträglich einen Mittleren Bildungsabschluss erwerben wollen.

Berufseinstiegsjahr
Das Ziel eines Berufseinstiegsjahrs ist es, die Allgemeinbildung (Mathematik, Informatik, Ethik/Religion, Deutsch und Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde) zu vertiefen und zu erweitern sowie berufliches Grundwissen in einem bestimmten Berufsfeld zu erwerben. Insbesondere sollen Schlüsselqualifikationen in den Bereichen Sozial- und Projektkompetenz vermittelt werden. Dieser Ausbildungstyp eignet sich für Jugendliche, die ihren Hauptschulabschluss erworben haben, aber noch keinen geeigneten Ausbildungsplatz gefunden haben.

Berufsfachschule
Die Berufsfachschule dient der beruflichen Ausbildung, ohne dass eine Berufsausbildung oder berufliche Tätigkeit vorausgesetzt wird. In der Regel dauert die Ausbildung in Vollzeit ca. ein bis drei Jahre, in Teilzeit entsprechend länger. Die Berufsfachschule eignet sich für Hauptschüler mit Abschluss der Klasse 9, die bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Berufsfachschulen vermittlen entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder bereiten auf eine Berufsausbildung bzw. eine berufliche Tätigkeit vor. Der Unterricht beinhaltet sowohl die allgemeinbildenden und berufsbezogenen Fächer als auch praktische Tätigkeiten. Berufsfachschulen lehren unter anderem technische, gewerbliche und gestalterische Berufe, IT Berufe, kaufmännische Berufe, Berufe des Gesundheitswesens, hauswirtschaftliche, gastgewerbliche und sozialpflegerische Berufe und Fremdsprachenberufe.

Berufsgrundbildungsjahr bzw. Berufsgrundschuljahr
Das Berufsgrundbildungsjahr vermittelt allgemeine Lerninhalte (z.B. Religionslehre, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschaftskunde und Sport) sowie praktische und theoretische Kenntnisse eines Berufsfeldes (z.B. Informatik oder Technologie). Die Ausbildung dauert in der Regel ein Jahr. Das Jahr kann als Vollzeitunterricht oder in kooperativer Form, d.h. als Kombination von schulischer und betrieblicher Ausbildung, durchgeführt werden. Ziel des Berufsgrundbildungsjahres ist es, grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln sowie einen Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld zu geben.

Berufskolleg
Anspruchsvollere Berufstätigkeiten erfordern hohes fachtheoretisches Wissen. Ein Berufskolleg vermittelt aufbauend auf einem mittleren Bildungsabschluss eine berufliche Ausbildung. Spezieller Fokus liegt dabei auf einem engen Theorie-Praxis-Bezug. Für die Aufnahmen verlangen einige Schulen neben dem mittleren Bildungsabschluss weitere Voraussetzung, z.B. in Form eines Praktikums. Angeboten werden Weiterbildungmöglichkeiten in den Bereichen Medientechnik, Technische Assistentin bzw. Technischer Assistent, Gestaltung, im technischen Bereich in Industie und Handwerk, Wirtschaft und Verwaltung, Informatik, Hauswirtschaft, Pflege und Sozialpädagogik.

Berufsschule
Berufsschulen vermitteln Auszubildenden bei einer so genannten dualen Ausbildung die theoretischen Fachkenntnisse im jeweiligen Bereich, wie z.B. bei der Ausbildung von Bankkaufleuten, Einzelhandelskaufleuten, Bürokaufleuten, Industriekaufleuten, Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten, Speditionskaufleuten und Steuerfachangestellten. Der Besuch der Schule erfolgt entweder in Teilzeit, d.h. ein bis zwei Schultage in der Woche, oder im Blockunterricht, d.h. eine gesamt Woche im Monat. Die praktische Ausbildung erfolgt direkt im Unternehmen in den verschiedenen Abteilungen oder Zweigstellen. Die Ausbildungsdauer beträgt zwischen 2 und 3 1/2 Jahren und schliesst mit einer Abschlussprüfung ab.

Berufsvorbereitungsjahr bzw. Berufsorientierungsjahr
Ein Berufsvorbereitungsjahr zielt darauf ab, junge Menschen auf den Eintritt in ein Arbeitsverhältnis bzw. in eine Berufsausbildung vorzubereiten. Die Ausbildung dauert ca. ein Jahr. Dieser Schultyp adressiert vor allem leistungsschwächere Schüler, die nach Beendigung oder Abbruch der Schule keine Ausbildungsstelle finden. Gründe hierfür können einerseits die wirtschaftliche Lage, andererseits persönliche Defizite sein. Im Vordergrund der Ausbildung stehen das Nacharbeiten schulischer Defizite und das praktische Arbeiten kombiniert mit sozialpädagogischer Betreuung. Durch einen erfolgreichen Abschluss können die Jugendlichen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Fachoberschule
Fachoberschulen bauen auf einem Mittleren Bildungsabschluss auf und führen zur Fachhochschulreife. Diese berechtigt zum Studium an den Fachhochschulen der Bundesrepublik Deutschland. Es werden allgemeine sowie theoretische und praktische Kenntnisse und Fähigkeiten eines Fachgebietes vermittelt. Die Wahl der Fachrichtung, wie z.B. Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Sozialwesen und Ernährung, sollte in Übereinstimmung mit den Interessen und Fähigkeiten des Auszubildenden erfolgen.

Fachschule/Fachakademie
Eine Fachschule (Fachakademie) bietet eine vertiefte berufliche Fortbildung an, die Schüler dazu befähigen soll, mittlere Führungsaufgaben zu übernehmen. Die Ausbildung – welche sowohl allgemein bildende als auch berufsbezogene Fächer beinhaltet – dauert in der Regel ein bis vier Jahre in verschiedenen Ausbildungsrichtungen. Einigen Institutionen ermöglichen Teilzeitunterricht. Die Aufnahmebedingungen sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder die Ausübung eines Berufes. Abschlüsse an einer Fachschule sind Staatliche Abschlussprüfung oder Meisterprüfung, Mittlerer Schulabschluss und Fachhochschulreife (Ergänzungsprüfung).

Berufsoberschule
Eine Berufsoberschule bietet die Möglichkeit, innerhalb eines Jahres das Fachabitur bzw. die Fachhochschulreife und innerhalb von zwei Jahren das Abitur, d.h. die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife, zu erwerben. Notwendige Voraussetzungen sind ein Mittlerer Schulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens 5-jährige Berufserfahrung. In einer Berufsoberschule werden allgemeine und fachtheoretische Kenntnisse in den Bereichen Technik, Wirtschaft, Sozialwesen und Agrarwirtschaft gelehrt.

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