Warum haben Sie Ihr Studium abgebrochen?

Wenn Sie ein Studium abgebrochen haben, werden Sie im Vorstellungsgespräch zu diesem Thema befragt. Studienabbrechern haften verschiedene Vorurteile an, die es zu entkräften gilt. Sie müssen verdeutlichen warum Sie sich für dieses Studium entschieden hatten und überzeugende Gründe für den Abbruch präsentieren.

Lesen Sie auch folgende beliebte Vorstellungsgesprächsfragen.

1. Was denken andere über Studienabbrecher?

Es gibt einen Unterschied zwischen der Selbstwahrnehmung und dem was andere über Bewerber die ein Studium abgebrochen haben denken:

Sich dieser Vorurteile bewusst zu sein, ist der erste Schritt um erfolgreich diese Bewerbungsfrage beantworten zu können.

2. Welche Gründe nennen Sie für den Studienabbruch?

Etwas „abzubrechen“ klingt ersteinmal negativ. Sie agieren ausserhalb der Norm, ändern einen vorher beschlossenen Plan. Hierfür trägt jemand oder etwas die „Schuld“ besser gesagt die „Verantwortung„.

Der Personaler wird genau darauf achten, wem Sie diese Verantwortung zuschreiben:

  1. Präsentieren Sie nur Ausreden?
  2. Schieben Sie die Schuld auf andere?
  3. Übernehmen Sie Eigenverantwortung für den Abbruch?

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung – gestehen Sie sich ein, dass Sie selber ein/der Grund für den Abbruch sind und Sie den Studienabbruch verarbeitet haben bzw. gestärkt daraus hervorgegangen sind.

3. Häufige von Studenten genannte Gründe

Falsche Vorstellungen

Nicht jeder Student hat sich genau mit seinem zukünftigen Studienfach, den Anforderungen und Studieninhalten beschäftigt – Enttäuschung ist daher nicht ausgeschlossen – und führt zu fehlender Motivation.

Fazit: Es ist wichtig, im Vorstellungsgespräch zu verdeutlichen, dass Sie für den weiteren Verlauf Ihrer Ausbildung / beruflichen Werdegangs aus diesem Fehler gelernt haben und seitdem Entscheidungen immer gut informiert treffen und zielstrebig vorgehen.

Gesundheitliche Gründe

Krankheiten, Unfälle, Depressionen – es gibt Gründe auf die Sie selber keinen Einfluss hatten und Sie zum Studienabbruch zwangen.

Fazit: Für diese Gründe können Sie nichts. Personalern ist es jedoch häufig wichtig, ausschliessen zu können, dass sich dies wiederholt. Zum Beispiel sollten Sie verdeutlichen, dass Sie die Krankheit / Depression komplett auskuriert und überwunden haben.

Finanzielle Gründe

Zusätzlich zu den Kosten von Wohnung, Essen und Strom entstehen durch das Studium zusätzliche Ausgaben und Gebühren. Auch lassen sich Studium und Nebenjob nicht immer vereinbaren.

Fazit: Hier muss sehr konkret argumentiert werden. Ausreden wie „ich wollte meinen Eltern nicht weiter auf der Tasche liegen“ dürften kaum reichen – denn solche Gründe kannten Sie bereits vor Antritt des Studiums.

Überforderung

Manche Studenten fühlen sich schlicht überfordert vom Studium und schaffen es nicht den Anforderungen gerecht zu werden.

Fazit: Verdeutlichen Sie, dass dieser Grund nur auf diesen einen Studiengang zutraff und Sie durchaus qualifiziert, motiviert und belastungsfähig sind.

Berufliche Neuorientierung

Jeder Mensch verändert sich mit der Zeit und auch unser Umfeld verändert sich. Dies kann dazu führen, dass Sie für sich selbst neue Ziele definiert, andere Schwerpunkte im Leben und auch für Ihre berufliche Zukunft gesetzt haben.

Fazit: Eine berufliche Neuorientierung hinter der Sie 100% stehen ist positiv. Wichtiger als der Studienabbruch wird hier die Frage – Was kommt bzw. kam danach? – und dass Sie rechtzeigt ihre Ziele neudefinieren.

Hat keinen Spass gemacht

Beispielhaft für viele unpassende Gründe führen wir hier den oft genannten „fehlenden Spass“ an. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, wer glaubt Ausbildung und Studium müssen immer nur Spass machen, der irrt sich. Das Studium soll uns mit den Grundwerkzeugen ausstatten die wir in diesem Berufsfeld benötigen.

Fazit: Man kommt als Geisteswissenschaftler nicht um Statistik herum und hat Studienfächer zu denen Mathematik in grösserem Umfang gehört als vielleicht von Ihnen angenommen. In jeder Ausbildung / Studium werden Sie mit Themen konfrontiert die Ihnen weniger gefallen aber trotzdem gelernt werden müsssen.

4. Wie lange haben Sie studiert?

Ein weitere Faktor den Sie beachten sollten ist die Studiendauer vor dem Abbruch. Einen Studienabbruch nachnach 1-3 Semester zu „rechtfertigen“ ist einfacher als nach 10. Wer sein Studium abbricht obwohl er nur noch 1-2 Semester bis zum Abschluss hatte, braucht sehr schwerwiegende Gründe.

5. Wichtiger als der Studienabbruch – was kommt danach ?

Beim Thema Studienabbruch wird gerne auf die vielen Prominenten in Film, Fernsehen, Wirtschaft und Kultur hingewiesen, die ihr Studium abgebrochen haben und trotzdem viel im Leben erreicht haben.

Bedenken Sie, dass der Studienabbruch allein nicht den Erfolg garantiert, sondern fast alle genannten Persönlichkeiten bereits im zwei Beinen im neuen Tätigkeitsfeld (Schauspielerei, Selbstständigkeit etc.) standen und der Abbruch nur die Möglichkeit brachte sich letzten Endes zu 100 % auf dieses neue Berufsfeld zu konzentrieren.

Verdeutlichen Sie dem Personaler, dass der Abbruch nicht aus heiterem Himmel erfolgte, sondern genau durchdacht und geplant war und Sie sich seit dem auf ein bestimmtes Berufsfeld konzentrieren, hier Berufserfahrung und Fachwissen gesammelt haben.

Ihre Antwort trifft dann ins Schwarze, wenn der Personaler innerlich zu sich selbst sagt: „Der Abbruch war das beste was Sie machen konnten„.

Fazit zum abgebrochenen Studium

Das wichtigste am Studienabbruch – Sie haben etwas daraus gelernt – getreu dem Motto: „Probieren geht über studieren„. Sie wissen jetzt ganz genau was Sie nicht nochmal machen wollen –  Sie haben eine Erfahrung gesammelt, welche Ihnen bei zukünftigen Entscheidungen hilfreich ist.

Selbst wenn Sie nur gelernt haben, was Ihnen nicht liegt, nicht gefällt, Sie überfordert oder für Sie nicht geeigenet ist – all dies sind wichtige Informationen – in diesem Lernprozess haben Sie sich selbst und Ihre Fähigkeiten besser kennengelernt.

Verdeutlichen Sie im Vorstellungsgespräch, dass Sie aus diesen Erfahrungen gelernt haben und seit dem zielstrebig auf diesen Job für den Sie sich jetzt bewerben zuarbeiten.

Lesen Sie auch diese 10 häufigen Fragen im Bewerbungsgespräch.

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sgd_allg neu 2013-01

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