Welche Gehaltsvorstellung im Vorstellungsgespräch?

Dieser Artikel widmet sich dem Thema Gehalt und Bewerbung. Regelmässig wird im Vorstellungsgespräch dem Bewerber die Frage gestellt, welche Gehaltsvorstellungen er hat, d.h. wieviel er verdienen möchte. Viele Kandidaten wissen nicht, welche Antwort sie auf diese Frage geben sollen.

Lesen Sie auch folgende 10 Fragen und Antworten.

Die Gehaltsverhandlung im Bewerbungsgespräch

Um erfolgreiche Gehaltsverhandlungen zu führen, ist es wichtig, sich bereits vor dem Bewerbungsgespräch gründlich zu informieren und die Antwort auf die Frage „Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?“ genau vorzubereiten.

Wieviel Gehalt kann ich verlangen?

Sie müssen sich bereits vor dem Gespräch genau erkundigen, welche Gehälter in Ihrer Branche für einen gleichwertigen Job gezahlt werden. Diese Informationen finden Sie im Internet, aber Sie sollten unbedingt auch mit Personen reden, welche in diesem Bereich tätig sind. Reden Sie auch mit Personen die in der Firma arbeitet bei der Sie sich beworben haben.

  • Wie hoch ist das branchenübliche Gehalt?
  • Gibt es einen Tarifvertrag?
  • Was gehört neben dem Bruttogehalt zum Verdienstpaket?
  • Wie gross ist das Unternehmen für das Sie arbeiten wollen?
  • Wie hoch sind die Lebenskosten in der Stadt in der Sie arbeiten werden im Vergleich zu anderen Städten?
  • Welche Verantwortung tragen Sie auf der zukünftigen Position?

Antworten auf die eben erwähnten Fragen zu finden bedeuten, seinen Marktwert zu schätzen bzw. zu ermitteln. Finden Sie heraus, welchen Mehrwert Sie für die Firma darstellen, d.h. welchen Nutzen die Firma aus Ihrer Einstellung zieht.

Was bedeutet Gehaltsverhandlung?

Die Betonung liegt auf „Verhandlung“ – das heisst die Bezahlung Ihrer Arbeit ist verhandelbar und somit braucht man eine gute Strategie beim Verhandeln. Wie auf dem Flohmarkt, wird Ihr Gegenüber ein niedrigeres Gehalt nennen als die Firma bereit ist zu zahlen. Und egal welche Summe Sie nennen, er wird davon ausgehen das die Zahl höher ist, als die Summe die Sie letzten Endes akzeptieren werden. (Bleiben Sie trotzdem realistisch mit Ihrer Forderung.)

Ablauf der Gehaltsverhandlungen im Vorstellungsgespräch

Auf keinen Fall sollten Sie diese Frage zuerst stellen, das hinterlässst einen schlechten ersten Eindruck. Sie können davon ausgehen, das Ihr Gegenüber die Frage früher oder später stellen wird, da die Firma, bevor man Sie einstellen kann, die Gehaltsfrage klären muss.

Im Idealfall bringen Sie Ihren Gesprächspartner dazu erste Zahlen für die Höhe des Gehaltes zu nennen, sollte dies nicht möglich sein und man von Ihnen konkrete Zahlen hören wollen, antworten Sie am Besten mit einer „Zwischen… und …“ Angabe zum Jahresbruttogehalt.

Fordere ich zuviel Gehalt?

Ob Sie zuviel Gehalt fordern kann hier nicht pauschal beantwortet werden, Fakt ist aber das die meissten Bewerber zu wenig Gehalt von den Firma fordern [Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen Sie die Personaler darauf geschult in Gehaltsverhandlungen mit den Bewerbern das „beste“ für die Firma herauszuholen, zum anderen haben viele Bewerber schon fast ein schlechtes Gewissen ein „gutes Gehalt“ zu fordern – häufig auch auf Grund der Argumente die Firmen bei den Verhandlungen ins Felde führen – weiter unten dazu mehr.]

Beachten Sie hierzu einmal das eigene Kaufverhalten in einem Supermarkt: Viele Menschen suchen sich Produkte im Supermarkt nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis aus, d.h. man kauft nicht einfach nur das Billigste. Wer sich ein Haarshampoo kauft will auch Qualität, schliesslich geht es um den eigenen Körper, bzw. die Haare. Wenn nun ein Haarshampoo Zehn Euro kostet ist das ein Luxus den sich (fast) keiner Leisten will, kostet das Haarshampoo aber nur 30 Cent haben wir das Gefühl irgend etwas stimmt mit dem Produkt nicht, es erscheint uns zu billig und kann deshalb nicht gut für unsere Haare sein.

Fazit: Untersuchungen des Kaufverhaltens haben gezeigt das Käufer tendenziell zu dem Produkt in der mittleren Preisklasse tendieren.

Was hat dies mit meinen Gehaltsverhandlungen zu tun?

Wenn die Firma Sie zum Vorstellungsgespräch einlädt, das Gespräch gut läuft, Sie auch zu Ihren Gehaltsvorstellungen befragt werden bedeutet dies, das die Firma an Ihnen interessiert ist und im Idealfall die freie Stelle mit Ihnen besetzen möchte.

Eine Firma wird Sie nicht einstellen weil sie Ihnen einen Gefallen tun will oder sozial sein will, sondern weil sie sich von der neuen Arbeitskraft einen wirtschaftlichen Nutzen verspricht der genau geplant ist. Schliesslich muss die Firma nicht nur Ihr Gehalt zahlen sondern auch einen Schreibtisch, Arbeitsmaterialien, Einarbeitung usw. finanzieren.

Wenn Sie eine zu niedrige Gehaltsvorstellung äussern, hat die Firma zwei Möglichkeiten:

  • Die Firma beginnt an Ihren Qualifikationen zu zweifeln. Sie haben eine gute Bewerbung geschrieben, fast eine Stunde Ihre Qualifikationen gut im Bewerbungsgespräch „verkauft“ und jetzt geben Sie sich mit einem zu niedrigen Gehalt ab? Sind Sie nicht gut informiert oder haben Sie Ihre Qualifikationen nur aufgebauscht?
  • Die Firma freut sich über das Schnäppchen. Die Firma glaubt Ihnen die Qualifikationen die Sie dargestellt haben und stellt Sie nun für viel weniger Gehalt ein als Kollegen mit gleicher Arbeitsleistung. Da es in der Firma verboten ist über Gehälter zu reden, gehen Sie wahrscheinlich noch für Jahre für weniger arbeiten als Ihre Kollegen. Das Anfangsgehalt erhöht sich erst nach Monaten, nach langen Verhandlungen und auch nur Etappenweise.

Wie heisst es so schön – Drum prüfe wer sich ewig (für so wenig Gehalt) bindet !

Argumente von Firmen gegen ein hohes Gehalt

Firmen und Personaler versuchen, im wirtschaftlichen Interesse der Firma, immer gute Argumente zu finden, die es rechtfertigen Ihnen weniger zu zahlen als Sie es gerne hätten oder andere Firmen dies tun. Es gilt daher, genau zu prüfen, welches Argument in Ihrem Falle zutrifft und ob Sie den Job wirklich in diesem Fall, für dieses Gehalt antreten wollen.

Die Krise, Leere Kassen, die Zukunftsaussichten unserer Branche

Firmen die kein Geld haben, stellen keine neue Arbeitskraft ein. Sie sind zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden weil die Firma einen wirtschaftlichen Nutzen aus einer weiteren Arbeitskraft zieht. Firmen kalkulieren genau, ob sich ein weiterer Angestellter rentiert oder nicht.

Es gibt genügend andere Bewerber

Prüfen Sie genau, ob die Aussage stimmt. Gibt es wirklich so viele Bewerber für diese Stelle? Wenn nein, ist das Argument entkräftet. Wenn ja, dann schauen Sie genau hin: Verfügen die anderen Bewerber über die gleichen Qualifikationen? Haben Sie die gleiche Berufserfahrung? Sind Sie genauso flexibel (Überstunden, Umzug, Auslandseinsatz)?

Wenn auch andere Firma Sie gerne einstellen würden, heisst es das auch diese Firma dazu bereit ist mehr zu zahlen, um eine hochqualifizierte Arbeitskraft wie Sie es sind, zu gewinnen.

Fazit zu Gehaltsverhandlungen

Ihnen dürfte nun bewusst sein, wie wichtig die Frage nach den Gehaltsvorstellungen ist. Leider denken immer noch viele Bewerber das die Firma schon ein gutes Gehalt zahlen wird und man um das genaue Gehalt nicht viel verhandlen braucht („Schliesslich will ich den Job ja!“).

Um so enttäuschter sind viele Angestelle, wenn Sie nach 1-2 Jahren mitbekommen das ein Kollege der genau die gleiche Arbeit wie man selber macht, seit Jahren 10-20% mehr Gehalt als man selber bekommt. Und die Enttäuschung wird nicht geringer, denn Gehaltsnachverhandlungen führen nicht immer zu einer sofortigen Angleichung.

Bedenken Sie immer: Ihre Arbeit hat viel Wert! – „Verkaufen“ Sie sich nicht unter Wert, denn wenn Sie selber von sich selbst und Ihren eigenen Fähigkeiten nicht überzeugt sind, wie wollen Sie dann jemand anderen davon überzeugen?

Hier eine Liste von 100 häufigen Fragen im Bewerbungsgespräch.

Hier finden Sie über 100 Tipps für das Vorstellungsgespräch.

Bitte schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema!

Tina M.
24. Oktober

Ich finde es sehr wichtig, dass dieses Thema hier aufgegriffen wird, vielen Dank für die tollen Tipps!

Vor kurzem habe ich erst mein Studium beendet und sah mich auch das erste Mal damit konfrontiert Bewerbungsgespräche zu führen, mit allem was dazu gehört.
Da ich keinerlei Anhaltspunkte hatte, gerade was die Frage nach dem Einstiegsgehalt anging, habe ich mich im Internet schlau gemacht. Ich stieß auf einen diesen Artikel hier … , der Einstiegsgehälter aus sämtlichen Branchen bereit hält. Vielleicht ist das dem ein oder anderen Leser hier auch eine Hilfe.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich tatsächlich nicht unter Wert verkaufen darf, aber gerade die Berufseinsteiger neigen dazu. Anfangs war ich auch sehr unsicher, doch nach einigen Vorstellungsgesprächen war ich selbst restlos von meinen Fähigkeiten überzeugt. Und nur dann, kann man auch andere von sich überzeugen. Heute habe ich den Job, für den ich studierte und das Gehalt, das ich mir wünschte und wert bin.
Ich wünsche allen viel Erfolg und gute Verhandlungen!

Claudia
25. November

Die Tipps sind wirklich klasse.

Mir hat nach meinem Studium auch ein gehaltsvergleich im internet geholfen. Zum Beispiel der von . Da kann man zu vielen Berufen die Durchschnittsgehälter sehen und bekommt so eine Orietierungshilfe.

theda
11. Januar

Pharmaaussendienst

Johanna
10. Dezember

hoch pokern … dass muss auf jeden Fall sein im Vorstellungsgespräch in Sachen Gehalt.

VG
Johanna

Anfänger
25. März

Hallo,

der Tipp, in Gehaltsverhandlungen eine Spanne von x bis y anzugeben, ist ziemlich bescheiden.
Wenn ich sage „Ich will zwischen 40.000 und 50.000 EUR“, wieso sollte der Personaler dann über 40.000 EUR gehen? Er versucht sein Glück dann bspw. mit 35.000 EUR. Also hätte ich statt der Spanne auch gleich 40.000 EUR, oder noch besser 45.000 EUR angeben können.

Anschauliches Beispiel: Ich will einen Gebrauchtwagen verklaufen und sage dem Interessenten: „Ich will zwischen 4.000 und 5.000 EUR dafür haben.“ Glaubt jemand, der Käufer legt 5.000 EUR auf den Tisch und sagt „Schnäppchen, nehm‘ ich!“? Nein, der sagt: „Oh, 4.000 EUR sind mehr als ich ausgeben kann. Ich geb‘ dir 3.600€ dafür“.

Mal drüber nachdenken 😉

Nordlicht
4. August

„Da es in der Firma verboten ist über Gehälter zu reden…“
Um Himmels willen, zum Glück kann man dies -zumindest heutzutage- nicht verbieten! Hoffentlich glaubt das keiner. Selbstverständlich dürfen sich Kollegen über ihr Gehalt austauschen, sofern sie dies denn möchten.

LG Nordlicht

Hans-Georg
13. Oktober

Es ist aber wichtig, immer den Überblick über die aktuelle Gehaltssituation im Land, in der Branche, im Unternehmen zu haben. Portale wie sind da sehr hilfreich.


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sgd_allg neu 2013-01

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