10 gute Gründe nicht zu promovieren

Wieso man nicht promovieren sollte – Teil 1

Ich starte die neue Reihe mit 10 guten Gründen nicht zu promovieren. Dies erspart allen potenziellen Kandidaten eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema Promotion. Man sagt bekanntlich „Lehrjahre sind keine Herrenjahre„, das sind Promotionsjahre auch nicht.

Nicht für jeden macht eine Promotion Sinn.

Viele brechen den Prozess ab, da sie sich nicht in vollem Umfang darüber bewusst sind, worauf sie sich einlassen.

In diesem Beitrag möchte ich allen Promotionswilligen einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, worauf sie sich in Zukunft einlassen würden.

Nr. 1: Sie glauben Sie bekommen Ihr Promotionsthema zugewiesen

Selbst wenn Sie in der Lage sind selbstständig ein Thema zu definieren, heisst dies noch lange nicht, dass Ihr Doktorvater es mögen wird. Auch in diesem Falle sind Sie auf sich allein gestellt. Man erwartet von Ihnen, dass Sie in der Lage sind weitestgehend ohne Hilfestellung und Unterstützung ein Thema zu bearbeiten.

Nr. 2: Sie glauben in einer Universität herrscht ein besseres Betriebsklima als in einem Unternehmen

Ein Uni-Institut ist wie jede mittlere bis grosse Organisation. Es herrscht Neid, Missgunst und Kollegen werden gemobbt. Jeder versucht sein Terrain(Gebiet) bestmöglich abzustecken und schützt seine wertvollen Informationen. Es herrscht eine kontinuierliche Angst von Assistenten bis zu Professoren, dass Themen geklaut und zum persönlichen Nutzen und Vorteil verwendet werden.

Nr. 3: Sie arbeiten gerne ohne Druck an einem Thema

Genau wie in einem Unternehmen erwartet man von Ihnen bereits vor Abgabe der Dissertation Ergebnisse. Sie werden nicht drumherum kommen, eine kontinuierliche Weiterentwicklung Ihrer Bemühungen aufzuzeigen und erste Teilerfolge zu präsentieren.

Nr. 4: Sie arbeiten gerne konzentriert an einem Thema

Viele Professoren betrachten Ihre Dissertation als Abfallprodukt Ihrer Tätigkeit am Institut. Neben Ihrem Kernthema werden Sie noch eine Reihe weiterer Themen bearbeiten, die nichts mit Ihrer eigentlichen Dissertation zu tun haben. Dazu gehört beispielsweise das Vorbereiten und Recherchieren von Themen zu denen Ihr Professor und Chef einen Vortrag halten soll.

Nr. 5: Sie schreiben nicht gerne

Wer sich sagt, dass er zwar nicht gerne schreibt, aber die 100 bis 200 Seiten schon irgendwie schafft, wird es schwer haben. Während Ihres Dissertationsprozesses schreiben Sie nicht nur an Ihrer Dissertation. Wie bereits oben angesprochen werden von Ihnen Teilergebnisse erwartet. Dazu zählen Publikationen in Fachzeitschriften, bei Konferenzen und insbesondere in wissenschaftlich angesehenen Zeitschriften („Journals“).

Ihr Professor wird an der Anzahl seiner Publikationen gemessen, entsprechend wird er Druck auf Sie ausüben, dass Sie viele Beiträge für ihn produzieren.

Nr. 6: Sie sind ein sozialer Typ

In einer Universität sind Sie von vielen Egoisten umgeben. Ich habe schon viele am Anfang hilfsbereite Personen gesehen, die sich nach und nach zu Egoisten entwickelt haben. Diesen Leuten kann man keinen Vorwurf machen. Um sich selbst zu schützen, muss man irgendwann anfangen einen gesunden Egoismus zu entwickeln. Dies bedeutet nicht, dass man seine Kollegen gar nicht mehr unterstützt. Jedoch lernt man auch mal „nein“ zu sagen.

Nr. 7: Sie glauben Angestellter einer Universität zu sein bedeutet Unabhängigkeit und Selbstbestimmung

Diesen Zahn muss ich Ihnen schnell ziehen. Sie begeben sich in ihrer Promotionszeit in die grösste denkbare Abhängigkeit. Ab sofort sind Sie vom guten Willen Ihres Professors abhängig. Nur wenn er Sie ziehen lässt, können Sie Ihre Promotion abschliessen.

Nr. 8: Sie glauben jeder wird gleich behandelt

Wie immer gibt es Leute, welche „gleicher“ sind als andere. Wer sich als besonders leistungsfähig erweist, wird bevorzugt für alle Aufgaben eingesetzt. „Leistungsverweigerer“ hingegen werden nach einer gewissen Zeit einfach in Ruhe gelassen. Dies führt in der Regel zu einer schlechten Stimmung im gesamten Team.

Für Ihren Doktorvater oder Habilitanden (bzw. derjenige, der Ihnen Arbeitsaufträge erteilt) ist es am einfachsten immer auf die Leute zuzugehen, bei denen er weiss, dass die Arbeit zu seiner Zufriedenheit erledigt wird.

Gut in seinem Job zu sein lohnt sich daher nicht immer.

Nr. 9: Sie vermeiden gerne jede Art von Stress

Sie wären nicht der erste Doktorand, der einen Burnout erleidet. Eine Mischung aus Frust, Stress und Erfolglosigkeit führt bei vielen Promotionswilligen zu einer negativen Spirale aus der sie keinen Ausweg finden. Für viele ist dies der Anfang vom Ende und gleichzeitig der Abbruch der Dissertation.

Nr. 10: Sie glauben Ihre Hausklingel oder Ihr Ausweis sähen mit zwei Buchstaben mehr viel schicker aus

Für viele sind die zwei Buchstaben die Hauptmotivation zu promovieren. Nach wie vor besitzt der Doktortitel ein gewisses Prestige. Promovierte Personen geniessen ein hohes Ansehen in unserer Gesellschaft. Jedoch sollte dies nicht die Hauptmotivation sein. Wer die Herausforderung liebt, der wird in der Promotionsphase auf seine Kosten kommen.

Fazit – Gründe gegen eine Promotion:

Nur wer leidensfähig ist und einstecken kann, wird am Ende die Dissertation erfolgreich abschliessen können. Nicht alles ist schlecht. Daher werde ich Ihnen im zweiten Teil 10 Gründe vorstellen um doch zu promovieren.

Lesen Sie jetzt unsere 20 Tipps zum erfolgreich promovieren / Doktor machen.

Bitte schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema!

Bully
25. August

!Aber Ihre Einschätzung ist müll und stark gekennzeichnet von Neid und Versagen! Nach der Einschätzung eines Lesers haben sie weder ein Studium der höheren Kategorie abgeschlossen – noch das Lehramt geschafft. Dies wird verdeutlicht durch Ihre mangelhafte Kenntnis der deutschen Rechtschreibung. Eine Meinung Ihrerseits zur Diss. ist daher volkommen irrelevant!

Beste Grüße Dr. iur. Bully

26. August

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir können Sie beruhigen, der Autor dieses Beitrages und ehemalige Redakteur von Bildung-News.com, hat mittlerweile an einer renommierten Schweizer Universität (St.Gallen) erfolgreich promoviert und leitet inzwischen in Spanien ein mittelständisches Unternehmen.

Was die Rechtschreibung betrifft – nobody is perfect – freuen wir uns auf Ihre Verbesserungsvorschläge, wir helfen Ihnen im Gegenzug auch gerne bei der Korrektur Ihres Kommentares.

MFG

Anonym
16. Februar

Interessant. Jemand, der sich als Promovierter ausgibt kritisiert die Rechtschreibung eines Artikels, in dem gängige Irrglauben bezüglich einer Promotionszeit aufgezeigt werden. Leider, lieber Dr. iur. Bully, beherrschen Sie die Rechtschreibung selbst nicht besser „(…) volkommen (…)“. Des Weiteren, „Sie“ als Anrede schreibt man immer noch groß. Auch erweckt Ihr Kommentar den Eindruck, dass Sie die Intention des Artikels nicht verstanden haben. Was mich sehr wundert, wo Sie doch promoviert haben.

Von daher: Wer im Glashaus sitzt…

dan
11. November

Also wer sich über diese punkte nicht von vorne herin klar ist sollte nicht mal einen bachelor bekommen. ist doch selbstverständlich und das meiste ist halb so wild

blablabla
18. November

Ich glaube ich schreibe demnächst auch eine Reihe und zwar 10 gute Gründe wieso man nicht immer alles lesen sollte was im Internet auf diversen Seiten so alles aufs Papier gewürgt wird. Man kann auch mit anderen Beschäftigungen seine Zeit totschlagen. Nur zwei Sachen, erstens kann ich mir nur schwer vorstellen dass für viele die zwei Buchstaben die Hauptmotivation sein soll und zweitens ist es unangebracht aus seinen eigenen bescheidenen Erfahrungen allgemeine Rückschlüsse zu ziehen.

Nein
1. Dezember

Also ich bin Doktorand und habe einige der Beiträge dieser Seite angelesen, zum richtigen Lesen hat mich keiner angeregt, denn keinen dieser Beiträge empfand ich mit der mir bekannten Universitätsrealität übereinstimmend, teilweise sogar recht „weltfremd“.
Möglicherweise unterscheiden sich aber auch Universitäten und Fakultäten, nach diesem Eindruck eher sicher sogar und daher finde ich solche verallgemeinernde Ratschläge wie sie hier durchwegs in den Artikeln propagiert werden, nicht unbedenklich bis ärgerlich.
Aber davon abgesehen wundern mich zwei Dinge dann doch sehr, weil mir aus der mir bekannten akademischen Welt gänzlich fremd:
1. Anonyme Autorenschaft, eigentlich ein Nogo für jeden erstzunehmenden Autor
2. der hier gezeigte Umgang angeblicher Akademiker untereinander auf einem Hackniveau, das jegliche sachliche Diskussion ausschließt, als Beispiel dienen die voranstehenden Kommentare, die kaum sachlich sind, aber hauptsächlich ins Persönliche abgleiten.
Fazit: Alles in allem keine Empfehlung!

Stefan
20. Februar

Die vom Autoren aufgezeigten Probleme und Hindernisse mögen bestehen, wenn jemand während seiner Tätigkeit als Lehrstuhlmitarbeiter promoviert. Die meisten von ihnen entfallen jedoch bei einer externen Promotion: Ich habe meinen Doktorvater seinerzeit insgesamt vielleicht fünf Mal für maximal eine Stunde gesehen, von irgendwelchem Druck oder gar Ausbeutung konnte keine Rede sein. Und das Klima an der Universität oder irgendwelche sozialen Beziehungen zwischen irgendwem können einem eh egal sein. Ok, das Thema aussuchen sollte man sich schon selber und Freude am Schreiben ist gewisse nicht hinderlich – sollte aber klar sein. Und die zwei Buchstaben machen sich in der Tat gut. Auf dem Türschild, der Visitenkarte, dem Briefkopf – wo auch immer. Ich hab’s ausprobiert.

Humbug!
8. Januar

ja, man kann den Zonk ziehen, aber der Normalfall ist das nicht!

Anonym
8. März

1. So etwas Sinnloses habe ich lange nicht mehr gelesen.

2. Wer aus diesen Gründen nicht promovieren möchte, der hat das „Studieren“ nicht wirklich verstanden.

4. Studieren heißt Selbstständigkeit. Wer nicht in der Lage, ein Promotion-Thema selbst zu finden, der soll eine Ausbildung anfangen und erst gar nicht an das Studieren denken. Es gibt Menschen, die gerne von anderen Anweisungen kriegen, als selbstständig arbeiten zu können.

Abrax
13. Mai

Das Ganze ist schon sehr schwarzmalerisch dargestellt. Mag ja sein, dass der Autor in St. Gallen das so erlebt hat, aber das spricht ja nur gegen eine Promotion in St. Gallen. Vieles ist stark davon abhängig wo man hingeht und promoviert, insb. sowas wie Betriebsklima, Möglichkeiten, Aufgaben, etc. Es ist nicht so, dass jeder Promovend als Haussklave dient und nie zum Bearbeiten der Doktorarbeit kommt – dann würde ja niemand mehr promovieren. Ansonsten sind die meisten Punkte eher banal, da sie unterm Strich nur eins aussagen: „In der Uni arbeiten ist wie im Unterehmen zu arbeiten.“ – eigenständiges Arbeiten, Zwischenergebnisse, Störungen, Stress, andere Dinge, etc. Und als gäbe es keine Faulen und Egoisten in Unternehmen sowie hie und da schlechtes Betriebsklima. Mit der Darstellung von Neid, Missgunst und Mobbing als Alltagsgeschäft hat der Autor allerdings schon stark übertrieben (oder St. Gallen ist ein übles Schlachtfeld).

Auch, dass die Doktorarbeit als Abfallprodukt gesehen wird, ist ziemlicher Unsinn und spricht sowohl gegen das Promotionsverfahren, als auch gegen die Logik des Professors. Das Thema der Arbeit kommt ausschließlich mit dem Professor zustande – auch wenn er nur einwilligt (übrigens ist es durchaus nicht unüblich ein konkretes Thema vorgeschlagen zu bekommen). So oder so wird der Professor aus der Arbeit einen Mehrwert ziehen (wollen), i.d.R. indem ein (Teil-)Bereich seines Forschungsgebiets bearbeitet wird. Warum sollte der Professor auch seine hart erkämpften, knappen Forschungsgelder an jemanden verschwenden, der den halben Tag aus seiner Sicht nichts Sinnvolles macht? Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was allerdings zweimal unterstrichen werden sollte ist Punkt 10. Mit dem „viele“ kann ich mich nicht anfreunden, aber nur für die blöden zwei Buchstaben – von denen noch heute fälschlicherweise viele glauben, sie seien ein Titel – sollte niemand die Zeit an eine Promotion verschwenden.


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