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Verhaltenskodex Doktortitel - Teil 19
Nachdem ich in Kürze nach der offziellen Verleihung der Doktorurkunde dazu berechtigt bin einen Doktortitel zu tragen, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie ich in Zukunft damit umgehen möchte. Dabei habe ich mir die Frage gestellt, ob es einen ungeschriebenen Verhaltenskodex für Promovierte gibt. Wenn ich die letzten drei Jahre rückblickend betrachte, so lassen sich daraus durchaus ein paar Verhaltensregeln ableiten, die einem das Leben mit den zwei Buchstaben erleichtern. Dieser Beitrag ist somit an alle gerichtet, die ihre Person nicht über ihren wissenschaftlichen Grad definieren, sondern eher dezent damit umgehen möchten.
Tipp Nr. 1: Nicht mir der Tür ins Haus fallen
Gestatten, “Dr. …” entspricht meiner persönlichen Meinung nach nicht mehr dem heutigen Zeitgeist. Keine Frage, mit einem solchen Auftreten würde sich niemand von ihnen auf den Schlips getreten fühlen. Es macht jedoch einen Riesenunterschied, ob jemand öffentlich jedem seine Promotion kommuniziert oder ob man “aus Versehen” erfährt, dass der Gesprächspartner einen “Dr.” führt. Im zweiteren Fall ist das Ansehen grösser, da der positive Eindruck entsteht, dass die promovierte Person sich nicht über ihren Doktorgrad definiert.
Tipp Nr. 2: “Dr.” in Dokumenten und Visitenkarten führen ist ok
Im deutschsprachingen Bereich ist es üblich auf Visitenkarten den Grad der wissenschaftlichen Ausbildung zu führen. Somit spricht nichts dagegen den “Dr.” dort aufzuführen. Auch auf Dokumenten wie Pass oder Visitenkarten gilt eine Nennung nicht als übertrieben. Im Gegenteil: Man wird freundlicher behandelt, wenn der Gesprächspartner weiss, dass man promoviert ist. Diese Vorzüge nach mehrjährigem “Leiden” beim Schreiben der Doktorarbeit zu geniessen ist nicht verwerflich.
Tipp Nr. 3: Der hohen Erwartungshaltung gerecht werden
Nichts ist umsonst. Ihr Umfeld hat von nun an gesteigerte Erwartungen an sie und bemisst sie nicht mehr nach Massstäben eines “Normalsterblichen”. Von einem Doktor erwartet man, dass er etwas engagierter und überdurchschnittlich intelligent ist. Dies ist mitunter nicht der Fall. Seien sie also darauf vorbereitet noch eine Schippe drauf zu legen, wenn sie die hohen Erwartungen an sie nicht enttäuschen möchten.
Fazit: Es ist nicht leicht ein Doktor zu sein. Doch im Schnitt betrachtet hat es viele Vorzüge, die man ohne schlechtes Gewissen ausnutzen sollte (meine Meinung). Morgen knüpfe ich an diesem Thema an und beschreibe wieso Promovierte auch nicht mehr können als Menschen ohne das Kürzel vor dem Namen.
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