Mehr zu diesem Thema:
- Nebenjob: Kabelhilfe
- Nebenjob: Sex-Hotline-Telefonist/in
- Nebenjob: Glücksspieler/-in
- Nebenjob: Fahrzeugüberführer
- Nebenjob: Nachhilfelehrer/-in
Nebenjob: Medikamententester
Thema: Geld und Finanzierung | Bookmarken / Mailen
No risk, no money?
In den letzten Wochen dominierten die schlechten Nachrichten in der Presse, wenn es um Medikamententests oder um Studien aus dem Bereich der Erforschung von Wirkstoffen ging. Doch dies entspricht nur einem oberflächlichen Ankratzen der Thematik und spiegelt natürlich nicht den Alltag wider. Ohne Medikamententests mit freiwilligen Probanden könnte niemals ein effektives Arzneimittel hergestellt werden. Woher soll man wissen, ob ein Mittel wirkt, wenn man es nicht testen kann? Zur Minimierung der Risiken gibt es ein äußerst strenges Reglement, das eingehalten werden muss. Mehr über den Vergleich von Attraktivität und Risiko eines hochbrisanten Nebenjobs hier.
Aus streng kontrolliertem Anbau
Für die wissenschaftliche Weiterentwicklung und um Hoffnung auf Heilungen verschiedener Krankheiten eine echte Berechtigung zu geben, sind Medikamentenstudien unentbehrlich. Bevor jedoch irgendein Mensch mit einem Medikament in Kontakt kommt, laufen sogenannte präklinische Studien ab. Unter standardisierten Bedingungen wird die Unbedenklichkeit eines Wirkstoffes nachgewiesen. Nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch die Verträglichkeit stehen im Mittelpunkt. Einerseits finden zuerst Tierversuche statt, bei denen durch Entwicklung neuer Methoden zum Glück immer weniger Versuchstiere benötigt werden, und andererseits wird die Wirkung in Zellkulturen, chemisch-physikalischen Tests und toxikologischen Untersuchungen so genau wie nur möglich erforscht. Und bevor es dann an den Menschen selber geht, entscheidet noch eine Ethikkommission, ob eine weitere Erforschung nicht nur vertretbar, sondern auch erwünschenswert ist.
Der Einstieg
Man unterscheidet in der Ertestung eines Medikaments vier Phasen, von denen die Erste ausschließlich mit gesunden Probanden, und die Folgenden am kranken Patienten selber stattfinden. In Phase 1 ist das Risiko einer unerwarteten Nebenwirkung wohl noch am größten, daher gibt die Regelung strenge Überwachung, eventuell mit stationärem Krankenhausaufenthalt vor. Es werden in der ersten Phasen nur äußerst geringe Mengen des Wirkstoffes verabreicht. Die Dauer der Tests ist zeitlich beschränkt auf mehrere Tage. Verlockend für die Probanden ist mit Sicherheit vor Allem die Entlohnung für die Mühen mit gut und gerne 300 Euro täglich (!). Das zieht zumeist Studenten an, sodass statistisch gesehen mehr als 60 Prozent der Probanden zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Fast zwei Drittel davon sind übrigens Frauen.
Solche Studien finden überall und tagtäglich statt. Die Aufmerksamkeit der Medien erfolgt in der Regel, wenn etwas „schief“ läuft. Aber dies sollte Pharmaunternehmen nur anspornen Sorgfältigkeit an oberste Stelle zu setzen.
Die weiteren Phasen
Für Phase 2 werden bis zu 500 Freiwillige gesucht, die unter einer Krankheit leiden, bei der das Medikament helfen soll. Hier werden Wirkung und Verträglichkeit, sowie die richtige Dosierung erforscht. Meist geht es um chronische Erkrankungen, sodass oft auch erwünscht ist, wenn Freiwillige mit z.B. Diabetes oder Multipler Sklerose auf die Unternehmen zugehen, wenn sie denn der Forschung und damit anderen Patienten helfen möchten. Die dritte Phase kann man auch „Beipackzettel-Phase“ nennen, da hier über einen langen Zeitraum an tausenden freiwilligen Patienten Wirkungen und vor Allem Nebenwirkungen erkundet werden sollen. Dafür wird die Testgruppe aber aufgeteilt und nur die Hälfte erhält überhaupt das Präparat. Die andere Hälfte bekommt, natürlich ohne dass es bekannt gemacht wird, ein Placebo, was im Prinzip eine Tablette ohne jegliche Wirkung ist. Findet man in dieser langwierigsten Phase heraus, dass die Wirkung mindestens der von bereits zugelassenen Medikamenten entspricht, so wird es vorerst auf den Markt gegeben. Für die ersten fünf Jahre ist es auf jeden Fall rezeptpflichtig und weitere seltene Nebenwirkungen sollen über den Apotheker oder Hausarzt an die Pharmaindustrie weitergegeben werden. Dieser Vorgang gehört bereits zu Phase 4.
Jetzt liegt es an Ihnen abzuwägen inwieweit Geld, Risiko und sozialer Wert ins Gewicht fallen, und ob es lohnenswert ist sich nach einem Nebenjob als Medikamententester umzuschauen. Ausschreibungen von Pharmaunternehmen findet man immer wieder in der Tagespresse und auch im Internet. Es herrscht ein Mangel an Freiwilligen und somit stehen die Chancen immer gut. Auch für andere Bereiche wie die Kosmetikbranche kann man sich zur Verfügung stellen, wobei man den Wert für die Gesellschaft in diesem Fall etwas intensiver hinterfragen sollte.
Interessieren Sie sich auch für andere Nebenjobs? In unserer Bildungsreihe haben wir letzte Woche zum Beispiel den Job der Kabelhilfe beim Fernsehen vorgestellt.
Das Vorstellungsgespraech
Dieses Buch bereitet den Leser auf das Vorstellungsgespraech vor,berichtet ueber Ablauf, eventuelle Probleme und erklaert wie man sich am Besten vorbereitet.
Mehr zum Buch: Vorstellungsgespraech
