Ein Auslandsjahr in Texas – Ein Erfahrungsbericht

AuslandsjahrAustauschstudent an der University of Texas in Austin, USA Vom August 1999 bis Mai 2000 durfte ich zwei Semester an der Universität Austin, Texas studieren. Das Auslandsstudium wurde teilweise durch ein Stipendium meiner Heimatuniversität finanziert – das Auslandsjahr hat sich gelohnt.

Während einer tollen Zeit in einem fremden Land habe ich viele Freunde kennen gelernt, interessante Kurse besucht, mein Englisch verbessert und sicherlich habe ich mich auch persönlich fortentwickelt. Daher kann ich nur jedem empfehlen, für längere Zeit z.B. als Praktikant oder als Austauschstudent ins Ausland zu gehen. Nachfolgend schreibe ich über meine Erfahrungen.

Meine Gründe für ein Auslandsjahr

Oft heisst es, dass eine Entscheidung gut überlegt sein sollte. Meines Erachtens gilt das nicht für die Frage, ob man für eine gewisse Zeit während des Studiums ins Ausland gehen sollte oder nicht. Für mich war schon zu Beginn des Studiums klar, dass ich gerne ein Auslandssemester absolvieren möchte. Zwei Faktoren haben letztlich für die USA gesprochen.

Ersten ist Englisch eine wichtige Sprache für einen Betriebswirtschaftler. Englisch habe ich zwar schon in der Schule gehabt, allerdings kann die Sprache in einem englischsprachigen Land schneller und besser gelernt werden. Somit war schon einmal klar, dass ich in ein englischsprachiges Land gehen werde.

Zweitens habe ich während meines Grundstudiums einige sehr nette Leute aus den USA kennen gelernt und viel Zeit mit Ihnen verbracht. Meine Universität hatte eine Partnerschaft mit den amerikanischen Universitäten in Albany und Austin. Eine der amerikanischen Freunde studierte in Austin und oft hat sie mit viel Begeisterung von der dortigen Universität und von der Stadt erzählt. Die Entscheidung war daher recht einfach – Austin muss es sein.

Finanzierung vom Auslandsstudium

Es ist grundsätzlich einfacher einen begehrten Platz an einer ausländischen Universität zu bekommen, wenn es ein Austauschprogramm mit der eigenen Universität gibt. Oft ist ein solches Programm mit einem Stipendium verbunden, so dass ein Auslandsaufenthalt für einen Studenten nicht unbedingt an den Kosten scheitert.

Für einige Austauschprogramme stehen relativ viele Plätze zur Verfügung.

Eine Bewerbung ist daher lediglich Formsache. In meinem Fall waren für den gesamten betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Bereich lediglich zwei Plätze vorhanden. Auch kannte ich einen weiteren Bewerber persönlich. Dass dieser einer der besten Studenten des Jahrgangs war, hat mir nicht gerade viel Hoffnung auf eine erfolgreiche Bewerbung gemacht.

Für die Bewerbung musste ich einige Formulare ausfüllen, ein Gesundheitszeugnis vorlegen, zwei Beurteilungsschreiben von Professoren einholen, einen kurzen Letter-of-Intention schreiben sowie einen Lebenslauf und alle bisherigen Zeugnisse einreichen. Die Entscheidung hat dann lange auf sich warten lassen. Schliesslich kam ein Brief. Es war die Zusage. Die entscheidende Hürde war gemeistert.

Vorbereitung vor meinem Auslandsjahr

Vor einem längerfristigen Auslandsaufenthalt müssen bzw. sollten einige Dinge vorbereitet werden. Ich habe mir bereits von Deutschland aus eine Unterkunft gesucht. Es war für mich klar, dass ich wie auch an der Heimatuniversität in einem Wohnheim leben möchte, da es hier recht einfach ist, neue und interessante Leute kennen zu lernen.

In den USA gibt es die so genannten Coops. Hierbei handelt es sich um Wohnheime, die von den Bewohnern selbst verwaltet werden. Die Unterkünfte sind relativ günstig und oft ist auch schon Frühstück, Mittagessen und Abendessen enthalten. Allerdings muss hierfür ca. vier Stunden in der Woche gearbeitet werden – Kochen, Putzen, Einkaufen, etc.

Zur Bewerbung war es ledig notwendig ein längeres Formular auszufüllen und abzuschicken. Weiterhin war es wichtig, eine Kreditkarte zu besorgen, die Wohnung in Deutschland rechtzeitig zu kündigen und natürlich eine Abschiedsparty mit allen Freunden zu organisieren.

Auslandsjahr in Texas

Ich kann mich noch genau an den ersten Tag erinnern. Beim ersten Schritt aus dem Flughafengebäude habe ich gleich erste Erfahrungen mit der drückenden Hitze in Texas gemacht. Ein Taxi hat mich dann direkt zum Wohnheim gebracht. Und schon habe ich den ersten Fehler gemacht – Trinkgeld vergessen.

Der Taxifahrer verlangte 20 Dollar, die ich ihm natürlich auch auf den Cent genau gegeben habe. Der Empfang durch die neuen Mitbewohner hätte besser nicht sein können. Ich wurde freundlich empfangen und gleich ins Kino eingeladen. Mit meinem Englisch hat es aber noch gar nicht geklappt (siehe Sprachen lernen). In der von der Universität angebotenen Vorbereitungswoche habe ich dann alles Wichtige für meinen Aufenthalt erfahren.

Obwohl ich in Deutschland BWL studierte, hatte ich mich bewusst gegen BWL-Kurse entschieden. Ich wollte einerseits mein Horizont erweitern und andererseits schon immer einmal Informatikkurse besuchen. Letztlich belegt ich JAVA, amerikanische Literatur, Philosophie und Psychologie. Andere Austauschstudenten wollten allerdings unbedingt BWL- oder VWL-Kurse belegen. Dieser Drang legte sich aber im zweiten Semester bei jedem, den ich kenne.

Während meines Aufenthalts musste ich zwar viel Lernen, da ich alle vier Kurse pro Semester bestehen musste, um das Stipendium auch im zweiten Semester zu bekommen. Allerdings war auch genügend Zeit für Reisen, Leute kennen lernen und Partys. Ich hatte das Glück, jemanden aus Austin zu treffen. Sie hat mir nicht nur so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten gezeigt, sondern hat mich auch nach Hause zu eingeladen. Ich konnte so das Leben einer echten amerikanischen Familie kennen lernen – eine Erfahrung, die wohl kaum bezahlbar ist.

Am Ende meines Aufenthalts habe ich mich schon von den USA aus um eine studentische Anstellung in Deutschland gekümmert. Mein Ziel war es, als Programmierer zu arbeiten, um das Gelernte in der Praxis anzuwenden. Die letzten zwei Wochen waren für einen Trip nach Mexiko reserviert. Mit zwei Freunden haben ich dann meinen Auslandsaufenthalt ausklingen lassen. Mit ein wenig Wehmut, aber auch mit der Gewissheit, die Heimat wieder zu sehen, habe ich dann Austin verlassen.

Rückkehr aus Texas

Am Tag meiner Rückkehrt hatte ich dann ein Vorstellungsgespräch bei einem Softwareunternehmen und konnte eine Woche später dort anfangen. Die Rückkehr wurde mir auch vereinfacht, weil die Freundin aus Austin ein Praktikum in Deutschland bekommen hatte und ich jetzt Ihr meine Heimat zeigen konnte. Allerdings blieb der berühmte Kulturschock nicht aus. Plötzlich vielen mir Eigenschaften von Deutschen auf, die ich früher nicht gesehen hatte.

Für lange Zeit habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, wieder zurück zu gehen und in den USA Informatik zu studieren. Nach einiger Zeit hatte sich das aber gelegt. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich in Deutschland ein Diplom erworben habe und nicht zurückgegangen bin. Noch lange habe ich von meiner Zeit in Austin geschwärmt und einige meiner Kontakte bestehen immer noch. Der unbedingte Drang ins Ausland gehen zu wollen, hat sich allerdings ein wenig gelegt. Das macht wohl das Alter.

Was hat mir das Auslandsjahr in Texas gebracht?

Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass sich das Unternehmen University of Texas at Austin hundertprozentig gelohnt hat. Ich kann nur jedem empfehlen, für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen – sei es als Austauschstudent oder als Praktikant. Weiterhin kann ich nur empfehlen, die Chance zu nutzen, andere Kurse als die des eigenen Studiengangs zu belegen.

Letztlich habe ich neue Freunde kennen gelernt, meine Englisch verbessert und mit den JAVA-Kursen auch die Grundlage für ein erfolgreiches Studium und ein erfolgreiches Arbeitsleben gelegt. Zurzeit denke ich darüber nach, für ein halbes Jahr nach Australien zu gehen.

András

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Elif
26. Februar

sehr geehrte damen u. herren ich heisse elli bin 30 jahre komme aus bochum. mein grosser wünsch war immer auszuwandern nach amerika. bin mutter habe 1 kind ist 4 jahre.könnten sie mir einen tipp geben was ich machen kann um auszuwandern? würde mich auf ihre antwort freuen. grüss elli

Lotte
9. Januar

Liebe Elif,
dein Wunsch ins Ausland zu gehen und auch dort zu wohnen ist genauso spannend, wie auch gewagt.
Ich möchte dir einige Tips geben und Anhaltspunkte die auf jeden Fall passen müssen um so einen Einschnitt zu wagen:
– Englischkenntnisse solltem im guten bis sehrgutem Bereich sein, dass vereinfacht es dir eine Arbeit zu finden
– Gutes Startkapital
– Imformationen über Kindergärten etc. für dein Kind
– Visum und in der Folge dann ein Arbeitsvisum beantragen, daher ist ea auch extrem wichtig das du eine Arbeit findest
– Staat und Stadt mit dorgfalt auswählen ! Großstädte haben meist viele schlecht gegenden (besser eine kleine Stadt am Rand einer Großen)

Hoffe ich konnte dir helfen


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sgd_allg neu 2013-01

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