Erst arbeiten, dann studieren

umwegezuruniÜber Umwege an die Universität
Für einige ist es Mittel zum Zweck, für die anderen war die Berufsausbildung nach dem Schulabschluss eine Selbstverständlichkeit und plötzlich lockte doch der Ruf der Hochschule.

Es ist noch nicht einmal ein kleiner Anteil an jungen Erwachsenen, die erst ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln – womöglich währenddessen das Abitur nachholen – und sich dann für den Versuch im Studentenleben entscheiden.

Die Vor- und Nachteile sind viel mehr an persönlichen Erfahrungen als an statistischen Werten festzumachen.

1.Beispiel – Ausbildung Rettungsassistenz – dann Medizinstudium

Thomas hat kein ganz schlechtes Abitur gemacht aber es reichte nicht, um direkt an einen Medizinstudienplatz zu kommen. Wer über Wartezeit an einen Platz in Deutschland kommen möchte, der muss gut und gerne fünf Jahre warten, jedoch kann man sich an einigen Unis Vorteile verschaffen, wenn man Berufspraxis in medizinisch einschlägigen Berufsbildern vorweisen kann.

Nach mehreren klinischen Praktika machte Thomas eine Ausbildung zum Rettungsassistenten, um seine Zeit sinnvoll im angestrebten Berufsfeld zu verbringen.

Pünktlich zum Abschluss der Ausbildung hat es dann geklappt. Im Auswahlgespräch konnte er überzeugen und gehört trotz des vergleichsweise schwachen Abi-Durchschnitts zu den erfolgreichsten Studenten.

Beispiel 2 – Erst Gebrauchtwagenverkäufer  – dann Medizinstudium

Konrad hatte ebenfalls nur das Ziel vor Augen Medizin zu studieren – mit seinem Notenschnitt waren die Aussichten jedoch miserabel, wenn man nicht an eine Privat-Uni oder ins Ausland möchte.

Weil er aber ein zweites großes Hobby hatte – die Welt der Autos – machte er eine Ausbildung im Kfz-Bereich und betätigte sich nebenbei als Gebrauchtwagenverkäufer.

So verbrachte er seine fünf Jahre Wartezeit mit seinem liebsten Hobby und stieg schließlich hochmotiviert und erfolgreich ins Studium ein.

Beispiel 3 – Arbeit als Sekretärin – Studium Eventmanagement

Laura ließ sich sogar noch mehr Zeit. Sie arbeitete sechs Jahre lang als Sekretärin in einem Verlag und einer PR-Agentur. Währenddessen machte sie an einer Abendschule ihr Abitur nach.

Eigentlich hat sie damit schon ihren Willen gezeigt mehr erreichen zu wollen, doch erst die unterstützenden Worte ihrer Freunde halfen ihr den entscheidenden Schritt zu wagen. Nachdem man bereits gutes Geld verdient hat, soll man jetzt noch mal mehrere Jahre pauken?

Mittlerweile ist sie im fünften Semester ihres Eventmanagement-Studiums und ist überglücklich mit der getroffenen Entscheidung.

Bruch im Lebenswandel

Der eine will sich weiterqualifizieren, um später nicht ohne Arbeit dazustehen, ein anderer fühlt sich unterfordert und sucht eine neue geistige Herausforderung, wiederum andere haben sich nach dem Abitur ein direktes Studium nicht zugetraut oder meinen, dass mit 22 Jahren noch nicht das Ende der Bildung erreicht sein kann.

Die Gründe sind vielseitig aber die Umstellung des Alltags ist bei den meisten ähnlich. Ebenso die ersten Erfahrungen, die man an der neuen Hochschule macht. Die meisten Späteinsteiger haben sich bereits an einen anderen Lebenswandel gewöhnt und müssen ihre Ansprüche mit Antritt des Studiums runterschrauben. Viel Zeit zum Geld verdienen bleibt eben nicht mehr.

Die Wenigsten können dann noch mal auf die großzügige Unterstützung der Eltern hoffen. Aber ansonsten bringt der Studentenausweis im Portemonnaie auch finanzielle Vorzügige und Vergünstigungen mit sich. Je nachdem kann man auch auf das „Elternlose BAföG“ Anspruch erheben.

Des Weiteren locken gerade diese studentische Freiheit und das klischeeverpackte Lotterleben viele zurück an die Schule, um eben den Zwängen des Arbeitsalltags zu entkommen. Ein entspannter Tagesplan mit unregelmäßigen Veranstaltungen und abends auf die Studentensause – dafür kann man gar nicht zu alt sein – ein Traum für jeden.

Die Allgemeinen Studentenberatungen weisen aber immer wieder gerne darauf hin, dass der dreijährige verschulte Bachelor diesen Träumen in der Regel nicht gerecht wird.

Erfahrung vs. Pubertät

Gerade in den ersten Semestern fühlen sich viele der älteren Studenten wie im falschen Film. Die meisten Kommilitonen sind eben erst 18 bzw. 19 Jahre alt. In den Seminaren hält man jetzt zusammen Referate und bildet Diskussionsgruppen – zwei Welten prallen aufeinander.

Die jungen Studenten kommen oft direkt von der Schule und haben sich dort mit Sicherheit bestens bewiesen aber immer wieder gibt es für ältere Studenten ähnliche Diskrepanzen zu finden. Die „Jüngeren“ kommen aus einer vollkommen anderen Lebenssituation und gearbeitet haben sie eben auch noch nicht.

So kommt es, dass in Diskussionen auch mal Beschwerden über äußerst pubertäre Ansichten laut werden oder noch verhältnismäßig schwache soziale Kompetenzen bemängelt werden, die man erst nach und nach bei der Arbeit mit Menschen entwickelt.

Aber auch genau das Gegenteil kann der Fall sein. Viele der jungen Studenten können und möchten von ihren „erfahrenen“ Kommilitonen profitieren und blicken zu ihnen teilweise als Vorbilder auf und man bildet gleichzeitig einen neuen und abwechslungsreichen Freundeskreis.

Das heißt aber nicht, dass nur die vermeintlich Unerfahrenen profitieren. Auch wer sich im Berufsleben schon profiliert hat, kann sich vor allem auf sozialer Ebene im Umgang mit dem neuen Umfeld bestens weiterentwickeln.

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