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Studieren bei der Bundeswehr

studiumBWBreites Angebot unter guten Bedingungen mit ein paar Haken
Die Bundeswehr preist ihr akademisches Angebot auf den eigenen Seiten an als wäre es das höchste der Gefühle und zugegebenermaßen kann der Bund mit äußerst schmackhaften Nebenerscheinungen werben. Welche Vorteile die Ausbildung bei der Bundeswehr mit sich bringt und welche Einschränkungen man im Gegenzug hinnehmen muss, hat bildung-news.com für Sie zusammengestellt.

Dr. Offizier
Wer sich für eine Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr mit parallelem Studium entscheidet, der bekommt einiges geboten. Nachdem man bei voller Vergütung erst einmal 15 Monate bei Luftwaffe und Marine bzw. 39 Monate beim Heer mit einer Grund- und Vollausbildung verbringt, kann man ins Studium einsteigen. Die Palette umfasst in den Geisteswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und in der Medizin insgesamt 18 anerkannte Studiengänge. Bis auf das Studium der Pharmazie, Lebensmittelchemie, Zahn-, Human- und Veterinärmedizin werden alle Fächer an den beiden bundeswehreigenen Universitäten in Hamburg und in München angeboten. Für die medizinischen Studiengänge verteilt der Bund seine Schützlinge deutschlandweit auf die öffentlichen Universitäten. Wer befürchtet in Hamburg und München vor den Dozenten salutieren zu müssen, dem sei gesagt, dass die meisten Professoren Zivilisten und keine Soldaten sind. Des Weiteren wird an den Bundeswehr-Universitäten der Unterricht in kleinen Gruppen besonders groß geschrieben, um eine ideale Betreuung zu garantieren. Die Ausstattung mit Internet, Bibliotheken und Laboratorien gilt als sehr gut und der Zusammenhalt der Studentenschaft soll über das gemeinsame und altersübergreifende Zusammenleben auf dem Campus verbessert werden. Bei Unternehmen sind die gewöhnlich zuverlässigen Studenten der Bundeswehr gerne als Praktikanten gesehen. Aber den wohl attraktivsten Vorteil des Studiums beim Bund stellt den monatliche Geldsegen dar, der auf dem eigenen Konto landet. Folglich muss sich niemand mit einem Nebenjob die Zeit um die Ohren schlagen und kann sich voll und ganz auf das Studium konzentrieren.

Die Studiengänge
Natürlich wird bei der Ausbildung darauf geachtet, dass Gelerntes auch außerhalb der Mauern der Bundeswehr, z.B. nach der Soldatenzeit in der freien Wirtschaft, konkurrenzfähig ist und man steht fachlich den Abschlüssen an öffentlichen Universitäten in Nichts nach.

Im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften werden folgende Studiengänge angeboten:
Geschichtswissenschaften wird an der UniBW Hamburg angeboten und wird mit der Magisterarbeit abgeschlossen. Parallel dazu kann man als zweites Hauptfach ein Pädagogikstudium, auch an der UniBW München, mit späterem Abschluss als Diplom Berufs- oder Sozialpädagoge absolvieren. Staats- und Sozialwissenschaften werden nur in München angeboten und mit dem Diplom abgeschlossen. Ebenfalls als Diplom-Studiengang wird mit volkswirtschaftlichen Einflüssen ein Studium der Politikwissenschaften in Hamburg angeboten. Einen ganz anderen pädagogischen Aspekt bietet die Ausbildung zum Diplom-Sportwissenschaftler, der nach dem Studium in München vielseitig eingesetzt werden kann.

Die Ingenieurwissenschaften stellen das größte Angebot an Studiengängen zur Verfügung:
Lediglich der Diplom-Studiengang zum Elektrotechniker wird an beiden Universitäten zugleich angeboten. In Hamburg kann man des Weiteren Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Rechnergestützte Ingenieurwissenschaften studieren. In München hat man sich mehr auf die praktischen Berufsfelder eingeschossen und findet Studiengänge in Bauingenieurwesen und Umwelttechnik, Informatik, Luft- und Raumfahrttechnik, Geodäsie und Geoinformationen (z.B. Erdmessung, Navigation und Kartographie) und Wirtschaftsinformatik vor.

Wer seine Zukunft mehr in den Wirtschaftswissenschaften sieht, der wird ebenfalls an beiden Standorten fündig:
Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) und die Volkswirtschaftslehre (VWL) werden im klassischen Modell an der UniBW Hamburg angeboten, während man in München Wirtschafts- und Organisationswissenschaften studieren kann, welche einen spezieller auf Managementarbeiten vorbereiten sollen.

Da viele angehende Offiziere nicht mit der allgemeinen, sondern mit der Fachhochschulreife in die Offizierslaufbahn einsteigen, bietet die Bundeswehr das Studium der BWL, der Elektrotechnik und des Maschinenbaus als FH-Studiengang an. An der zivilen Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven kann ein kleiner Kreis von Bewerbern auch Nautik, Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft sowie internationales Transportmanagement studieren.

Der Haken an der Sache
Es gibt gleich mehrere davon und auf diese sollte man sich vorher eingestellt haben. Denn alleine mit dem Wunsch zur Bundeswehr zu gehen, um dort z.B. Medizin zu studieren, heißt noch lange nicht, dass man diesen Platz auch sofort bekommt – die Nachfrage ist groß. Ein weiterer Punkt sind die längerfristigen Verpflichtungen, die bei den „normalen“ Studiengängen immerhin 13 Jahre betragen und bei der Medizin Sagehundschreibe 17 Jahre. Natürlich hat man in dieser Zeit eine gesicherte Anstellung und ein durchaus akzeptables Einkommen, doch an welchem Ort man arbeitet, richtet sich einzig und alleine am Bedarf der Bundeswehr aus. Wer also besonders heimatgebunden ist, muss sich auf den Biss in den sauren Apfel einstellen und auf diverse Umzüge quer durch Deutschland vorbereitet sein. Und dann kommen natürlich auch noch Auslandseinsätze hinzu – wo sich der Wehrdienstpflichtige noch drücken kann, sollte ein hauptamtlicher Soldat das nötige Nervenkostüm mitbringen. Grundsätzliche ethisch-moralische Aspekte sollte ein potenzieller Bewerber natürlich im Vorhinein mit sich ausgemacht haben. Wenn diese „Haken“ für Sie keine Hindernisse darstellen, dann ist das Studium bei der Bundeswehr für Sie mit Sicherheit eine äußerst attraktive Alternative mit guter Ausbildung, sicherer Anstellung und ordentlichem Gehalt.


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