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Was ist soziale Kompetenz?
Thema: Bildung und Karriere | Bookmarken / Mailen
Soziale Kompetenz oder emotionale Intelligenz lassen sich nur schwer erlernen
Nur selten lassen sich persönliche oder berufliche Ziele nur durch das eigene Wirken erreichen. In der Regel ist das Zusammenspiel verschiedener Personen erforderlich, die wenn vielleicht auch nur einen kleinen Beitrag leistend, unbedingt erforderlich sind. Wer einen Marathon laufen will, braucht die Unterstützung der Familie oder muss eventuell vom Chef für das Training Zeit eingeräumt bekommen. Neben dem individuellen Wissen und Können ist das Zusammenspiel einer Gruppe zum Erreichen individueller Ziele erforderlich. Insbesondere bei starken Abhängigkeiten spielen die eigenen Fähigkeiten eine untergeordnete Rolle. Eine wichtige Eigeschaft, um andere für indivduelle oder gemeinsame Ziele zu erreichen, ist die soziale Kompetenz.
Soziale Kompetenz ist eine persönliche Veranlagung
Im Gegensatz zur fachlichen Kompetenz, bei der es lediglich um Wissen oder Fähigkeiten in einem Themenfeld geht, kann soziale Kompetenz in den wenigsten Fällen, durch Lernen angeeignet werden. Diese Kompetenz ist dadurch gekennzeichnet, dass sie sich sehr stark in dem Charakter der Person widerspiegelt. Zwar kann jemand genau wie beim Singen, Fussball spielen oder Zeichnen durch Übung grosse Fortschritte erzielen, jedoch wird er selten an die Fähigkeiten einer Person heranreichen, die sich durch ein besonderes Talent in den jeweiligen Bereichen auszeichnet. Genauso verhält es sich bei der sozialen Kompetenz. Gewisse Verhaltensregeln können unter Umständen antrainiert werden, weicht die Situation jedoch leicht vom erlernen Muster ab, so wird eine sozial inkompetente Person sich so verhalten, wie es in ihrem Wesen verankert ist. Die meisten Menschen, die über keine soziale Kompetenz verfügen, sind sich über diese Tatsache nicht bewusst. Ihr Handeln empfinden sie als richtig. Reaktionen, die von ihrer Erwartungshaltung abweichen, können sie sich nicht erklären.
Emotionale Intelligenz und Empathie
Soziale Kompetenz hängt wesentlich mit emotionaler Intelligenz und Empathie zusammen. Ohne den Anspruch zu erheben eine definitorisch richtige Beschreibung zu erstellen, lässt sich emotionale Intelligenz als die Fähigkeit einer Person, Verhalten, Gesten und Worte eines Gegenübers richtig zu interpretieren. Dies bedeutet beispielsweise zu wissen, wenn jemand etwas sagt, aber das Gegenteil meint oder sogar lügt. Empathie bedeutet, dass man in der Lage ist, nachzufühlen wie sich eine Person in einer bestimmten Situation fühlt. Dies bedeutet auch gewisse Emotionen, die bei jemand anderes in gewissen Konstellationen auftreten können, zu antizipieren. Emotionale Intelligenz setzt zum grossen Teil die Fähigkeit zur Empathie voraus. Soziale Kompetenz erfordert noch eine weitere Fähigkeit. In diesem Zusammenhang spielen kulturelle Faktoren eine wichtige Rolle. Wie verhalte ich mich im Kontext einer bestimmten Organisation, Gruppe oder Kulturkreises richtig? Dazu zählt auch eine angemessenes Benehmen. Dieser Baustein lässt sich noch am ehesten antrainieren. Wie lässt sich nun herausfinden ob man selbst soziale Kompetenz aufweist?
Testfragen liefern lediglich eine Tendenz
Hierzu kann man verschiedene Testfragen heranziehen. Beantwortet man die meisten Fragen mit “ja”, könnte man tendenziell sagen, dass man soziale Kompetenz aufweist. Man sollte beachten, dass es sich hierbei nicht um einen psychologischen Fragebogen handelt, sondern lediglich um einen Leitfaden, der als Ansatzpunkt dienen kann, an den eigenen Kompetenzen zu arbeiten.
Sind Sie in der Lage …
… nicht mit persönlichen Fähigkeiten zu glänzen, wenn Sie dadurch jemand anderes schützen?
… bei Diskussionen nicht das letzte Wort zu haben und nicht immer das letzte Argument anzubringen?
… Kompromisse zu machen, die mehr anderen Personen nützen als Ihnen selbst?
… wider besseren Wissens zu handeln, um eine andere Person nicht zu kränken oder zu demotivieren?
… andere Leute für Ideen begeistern und zu motivieren?
… Positives hervorzuheben und Fehler erst an zweiter Stelle zu erwähnen?
Die meisten Fragen sind schnell mit “ja” beantwortet. Viel eher sollte man sich jedoch in den konkreten Situationen nochmals dieselbe Frage stellen und überprüfen ob die erste subjektive Einschätzung tatsächlich zutrifft.
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