Bevor Sie den Artikel lesen, möchte ich Sie auf folgende Artikel hinweisen, welche weitere hilfreiche Informationen zum Thema enthalten:

Lass mich Arzt, ich bin durch! – Teil 15

lassmicharztAmmenmärchen für 12 bis 18-jährige – der Mittwochsmediziner über Geschichten, die uns in der Jugend begeistert haben
Dass man vom Masturbieren nicht blind wird, muss hoffentlich nicht mehr gesagt werden. Falls dies noch jemand geglaubt hat, dann tut es mir leid, denn eigentlich ist es sogar gesund, da es das Prostatakrebsrisiko senkt! Aber wie steht es mit dem Ausdrücken von Pickeln aus, was angeblich gefährlich sein soll? Wer hat versucht bei der Musterung den Drogentest mit vorangegangener Mohnkuchenmahlzeit zu fälschen? Und was war mit dem armen Jungen im Zeltlager, dessen Hand im Schlaf in warmes Wasser gelegt wurde? Dies und ein Buchtipp für humorvolle Wissbegierige finden Sie hier.

Tod durch Pickel?
Tatsächlich kann das Ausdrücken von Aknepickeln zu ein paar Komplikationen führen, aber auch zum Tod? Fangen wir mal klein an. Ein Pickel entsteht dann, wenn eine der unzähligen Hautporen unseres Körpers verstopft und der Talg und der Schweiß, der üblicherweise durch diese Pore an die Oberfläche gelangt nicht mehr raus kann. Bakterien nutzen dies als Nährboden und fertig ist das eitrig anmutende Sekret. Die meisten drücken einmal kräftig daran rum und haben das Problem gelöst – im schlimmsten Fall bildet sich ab und zu eine kleine Narbe. Wer unter Akne leidet, hat häufiger auch mit tiefer liegenden Pickeln zu tun. Drückt man auf diesen herum kann der Eiter auch in das Gewebe verteilt werden und dort Entzündungen größerer Ausmaße hervorrufen. Gerade das Gebiet der oberen Wangen, unter dem Auge und seitlich scheinen gefährlich zu sein. Treten dort Entzündungen auf, können sich in den Venen dieses Gebietes Klümpchen bilden, die wie bei einer Thrombose bis in ein venöses Sammelbecken der Schädelbasis hinter dem Auge laufen und dort womöglich ein Gefäß verschließen. Diese so genannte Sinus-cavernosus-Thrombose ist zwar selten, kann aber bei den beschriebenen Entzündungen auftreten und schwerwiegende Folgen haben. Ob Ihre Mutter das wusste, als sie sagte, dass Sie sich nicht im Gesicht rumdrücken sollen? Wer den Suchbegriff „Pickel ausdrücken“ bei Google eingibt, bekommt übrigens Zahlreiche Hinweise zum korrekten Vorgehen.

Positiv auf Heroin getestet
Als ich damals zur Musterung musste, erzählte man sich die Geschichte, dass man mit drei Stücken Mohnkuchen am Vorabend den Drogentest so „betrügen“ könne, dass man dort glaubt, man habe Heroin konsumiert. Was folglich zumindest zur Ausmusterung geführt hätte. Spätestens seit einigen Studien, wie z.B. in Bonn 2004, weiß man, dass übliche Opiat-Tests positiv auf geringe Mengen von Mohn ansprechen und zwar bis zu 48 Stunden nach Verzehr. Ein Stück Gebäck mit genügend Mohn würde ausreichen, um bei der Polizeikontrolle in Erklärungsnotstand zu geraten. Um auf Nummer sicher zu gehen, macht man andere Analysen bei denen auch auf Begleitstoffe untersucht wird, die zwar im Heroin aber nicht im Mohn enthalten sind. Die Gefahr der Verwechselung liegt nahe, denn Heroin ist ein Produkt aus Mohn. Genauer: die unreifen Fruchtkapseln des Schlafmohns beinhalten zu Teilen eine Substanz, die unter dem Namen Morphium bekannt ist, welches auch schon unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Über verschiedene Bearbeitungsschritte kann man daraus die Droge Heroin gewinnen. Aber keine Angst vor Mohnkuchen. Erstens macht er nicht süchtig und zweitens bräuchten Sie schwer zu bewältigende Mengen, um mit dem Verzehr einen Rauschzustand zu erreichen.

In die Hose gemacht
Es gibt da diese Geschichte, meist aus dem Zeltlager oder aus Jugendherbergszeiten von dem armen Außenseiterjungen dessen Hand im Schlaf in warmes Wasser gelegt wurde und dieser sich dann in die Hose gepinkelt hat. Ehrlich gesagt habe ich weder diesen Außenseiter noch die „Übeltäter“ bisher persönlich kennen gelernt aber es gibt tatsächlich Studien zu diesem Thema. Eine Studie hat 1993 in Ägypten den positiven Einfluss von einem warmen Bad auf den Harnverhalt beschrieben. Auch hierzulande weiß man, dass ein warmes Bad, also ein Ganzkörperbad, unter anderem durch Gefäßerweiterungen und Druckentlastung des Harnleiters Probleme beim Wasserlassen beheben kann. Ob das Bad der Hände ausreicht um die Miktion (so heißt das Wasserlassen im Fachjargon) auszulösen, wurde bisher noch nicht in Studien festgehalten aber auch Sie kennen bestimmt jemanden, der jemanden kennt, der die Wahrheit dieser Geschichte bezeugen kann.

Mehr Kurioses
Zu den obigen drei Themen aber auch zu ganz anderen kuriosen Fragen rund um den menschlichen Körper und die Medizin finden Sie Antworten in folgendem Werk, das sich bestens als Geschenk oder Reiselektüre für Klugscheißer eignet:

„Warum haben Männer Brustwarzen?“ von Mark Leyner und Billy Goldberg

Rückblick: Letzte Woche gab es an dieser Stelle ein eher unangenehmes Thema – Was tun bei Penisbruch und macht ein zu heißes Bad wirklich impotent?


Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema?

Gibi schreibt:
23. Oktober 2009

der text ist klasse und ich weiss dass dieser text zu 100pro stimmt. ist auch ganz lustig erklärt. würde das buch oder was es sein soll empfehlen.

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