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Bevor Sie den Artikel lesen, möchte ich Sie auf folgende Artikel hinweisen, welche weitere hilfreiche Informationen zum Thema enthalten: |
Lass mich Arzt, ich bin durch! – Teil 5
Der Mittwochsmediziner für Urlauber und Urlaubsreife
Was unterscheidet Schüler und Eltern aus NRW von Schwaben und Bayern? Sie sind aus dem Urlaub schon längst wieder zurück, während sich die Süddeutschen jetzt erst in Richtung Sonne bewegen. Jedoch haben Sie alle bei ihrem Urlaub etwas gemeinsam: das Ziel braungebrannt wiederzukommen. Warum tut uns die Sonne seelisch so gut und was passiert mit unserer Haut beim Sonnenbad? Dies ist kein Warnwerbespot für Hauterkrankungen aber bildung-news.com möchte Ihnen erklären wo die Sommerbräune herkommt, warum sie nicht bleibt und warum Sonnenbrillen nicht nur gut aussehen.
Melanie, oh Melanie
Naja fast. Die Braunmacher unserer Haut heißen eben Melanozyten. Und dabei sind es gar nicht diese Zellen selber, die braun sind – sie sind nämlich mikroskopisch betrachtet sogar eher hell – aber sie produzieren den Stoff, der unsere Haut braun macht. Der heißt Melanin und wird durchgehend in normaler Dosis von den Melanozyten produziert und dann an die umliegenden Hautzellen abgegeben. Melanozyten sind gar nicht so zahlreich in der Haut vertreten, haben aber spinnenbeinähnliche Ausläufer, so dass sie ein großes Netzwerk bilden. Es gibt zwei Möglichkeiten die Produktion von Melanin anzuregen. Die eine heißt Hormone. Wir produzieren ganz alltäglich selbst ein bestimmtes Hormon (MSH) in geringen Mengen. Es gibt aber auch Leute, die unter einer Überproduktion des Hormons leiden und außergewöhnlich braun aussehen. Der andere Auslöser ist UV-Strahlung. Die Strahlung stimuliert die Melanozyten zur gesteigerten Produktion. Jetzt könnte man denken, UV-Licht sei besonders energiereich, genau das Gegenteil ist aber der Fall.
UV-Strahlung und ihre Wirkung
Das Sonnenlicht, das auf der Erde ankommt, enthält ja bekanntlich alle Farben des Spektrums und folglich auch Ultraviolettes Licht in großen Mengen (Mehr zum Thema – auch warum der Himmel blau ist: hier). Nach den Wellenlängen des Lichts unterteilt man in UV-A, UV-B und UV-C Strahlung – von der letzteren kommt in unserer Haut ehrlich gesagt nichts mehr an. UV-A und UV-B sind also die beiden interessanten Kandidaten. UV-A Strahlung ist für die sogenannte kurzfristige und auch kurzweilige Bräune verantwortlich. Sie geht direkt auf die Pigmente und lässt uns sofort braun aussehen, aber nur für einige Stunden und man bekommt von ihr keinen Sonnenbrand. Die verursachte Hautalterung durch Zerstörung der Kollagene der Haut bleibt hingegen. Die UV-B Strahlung ist ein ganz besonderer „Freund“ unserer Haut. Sie ist überlebensnotwendig, aber gleichzeitig Hauptauslöser von Hautkrebs. Durch sie wird verzögert aber langfristig Melanin freigesetzt und man wird knackebackebraun. Zusätzlich entwickelt man einen natürlichen Sonnenschutz, auch wenn bei dieser Strahlung vorerst klassische Sonnenbrände entstehen und Entartungen von Hautzellen passieren können – also Hautkrebs. Das Paradoxe ist des Weiteren, dass UV-B Strahlung die Vitamin D – Produktion anregt. Vitamin D wirkt unter anderem vorbeugend gegen Hautkrebs!
Jaja, der Schutz!
Dass man sich also ausreichend schützen sollte, müssen wir Ihnen an dieser Stelle nicht nochmals predigen, aber wissen Sie eigentlich warum Sonnenbrillen nicht nur gut aussehen, sondern uns auch vor Blindheit schützen? Die Lupe mit der wir als Kinder gerne mal Ameisen verbrannt haben ist genauso eine Sammellinse, wie die in unserem Auge. Der Fokus, also der Brennpunkt, an dem alle Energie des einstrahlenden Lichts gesammelt wird, liegt auf unserer Netzhaut. Wenn wir direkt in die Sonne schauen, dann verbrutzeln wir uns ganz einfach die Zellen auf der Netzhaut. Diese Zellen sind Nervenzellen und unser Körper ist leider nicht in der Lage Nervenzellen zu reproduzieren, wenn sie mal zerstört sind.
Lassen Sie sich aber davon nicht den Urlaub und die Sonne vermiesen. Schauen Sie lieber nächste Woche wieder rein, wenn wir die bekannte Band R.E.M. medizinisch betrachten.
Rückblick: Wollen Sie wissen, was wir letzte Woche für Besserwisser geboten haben? Muskelkater und Seitenstechen – es gibt mehr Gerüchte als Wahrheiten.
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