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Bevor Sie den Artikel lesen, möchte ich Sie auf folgende Artikel hinweisen, welche weitere hilfreiche Informationen zum Thema enthalten:
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Redensart: Du treulose Tomate!

treulosetomateDie letzten Wochen haben wir Ihnen jeden Donnerstag neue Redensarten und deren Herkunft vorgestellt, heute folgt Teil 12. Und dieses Mal geht es um der Deutschen liebstes Gemüse – Die Tomate.
Wie konnte es passieren, dass dieses gesunde, vitaminhaltige und dazu noch kalorienarme Gemüse einen so schlechten Ruf bekommen konnte? Wie kann eine Tomate treulos sein? Wie kann ein Gemüse eine doch so menschliche Charaktereigenschaft zugesprochen bekommen? Wieso ist jemand der sich eine längere Zeit nicht meldet eine „treulose Tomate“? Erfahren Sie hier mehr über die Herkunft und den Hintergrund der Redensart.

Treulose Tomate
Als „treulose Tomate“ bezeichnet zu werden, ist nicht gerade schmeichelhaft. Bedeutet dies doch, dass man für unzuverlässig und wortbrüchig gehalten wird. Das kann daran liegen, dass man auf eine Email nicht geantwortet hat oder sich bei einem Freund seit längerer Zeit nicht mehr gemeldet hat. Aber wie kommt man dazu, Treue und Tomate zusammen zu werfen und daraus eine Redewendung zu machen. Wie lassen sich diese beiden so unterschiedlichen Begriffe in einen Zusammenhang bringen?

Herkunft der Redensart
Die Tomate kam im 16. Jahrhundert aus Mittel- und Südamerika nach Europa und wurde im 17. und 18. Jahrhundert vor allem als Zierpflanze angesehen. Die Redensart über die „Treulose Tomate“ ist seit 1920 bekannt. Zu dieser Zeit konnte sich noch niemand in Deutschland vorstellen jemals Tomaten zu essen. Die Tomate wurde auch in Deutschland nur als Zierpflanze angebaut. Als Nutzpflanze war sie hierzulande noch völlig unbekannt. Ganz anders war dies in Italien, dort wurden Tomaten durchaus schon gegessen und auch dafür angebaut. Damals hieß die Tomate auch noch nicht Tomate, sondern war unter den Namen „Liebesapfel“ oder „Paradiesapfel“ bekannt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es dann auch in Deutschland zur Verbreitung des roten Gemüses. Aber den Deutschen fiel der Anbau damals nicht leicht. Immer wieder gab es große Rückschläge und wenig ertragreiche Ernten. Zum Hintergrund der Redensart gibt es mehrere Ansätze. Der erste Ansatz besagt, dass der Tomatenanbau sich schon immer als schwierige und treulose Sache herausstellte. Es war schwierig Tomaten anzubauen und gute Erträge zu erzielen. Der Anbau war Ende des 19. Jahrhunderts von vielen Tiefschlägen geprägt – dies könnte ein Grund sein, warum man heute bei unzuverlässigen Menschen von „treulosen Tomaten“ spricht.

Kriegsgemüse
Ein zweiter Ansatz besagt, dass diese Redewendung im Ersten Weltkrieg entstanden sein könnte. Die Italiener hatten sich zunächst mit Deutschland verbündet, wechselten dann aber, nachdem sie sich zunächst aus den kriegerischen Angelegenheiten herausgehalten hatten, zum Gegner über. Sie wurden damit wortbrüchig und stellten sich somit als unzuverlässige Partner heraus. Somit war es nur ein kleiner Schritt die treulosen, wortbrüchigen, tomatenessenden Italiener mit den damals noch schwer zu züchtenden Tomaten zu vergleichen.

Wenn sie also das nächste Mal jemanden eine treulose Tomate nennen, denken sie daran, dass sie vielleicht der Tomate unrecht tun. Denn heute, ist die Tomate nicht mehr so treulos und schwer zu züchten, wie sie damals war.

Rückblick: Letzte Woche haben wir Ihnen in unserer Donnerstagsreihe vorgestellt, wie man „jemandem einen Bären aufbinden kann“. Lesen Sie doch einfach nach, woher diese Redensart kommt.

Vorschau: Auch nächste Woche können Sie sich wieder über eine bekannte Redensart und deren Herkunft informieren. Schauen Sie einfach auf unserer Seite vorbei. Morgen wird es nach dem Ausfall der letzten Wochen wieder einen Wochenrückblick im „Dichterischen Freitag“ geben.



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