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Thema: Allgemeinbildung | Bookmarken / Mailen
Etwas auf die lange Bank schieben
Wieder einmal steht eine schwierige Entscheidung an. Und wieder einmal erwischen sie sich dabei, wie sich Ihre Unentschiedenheit darin äußert, dass Sie die Entscheidung „auf die lange Bank schieben“. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Was hat eine Bank mit schwierigen Entscheidungen zu tun? Wie immer in unserer Donnerstagsreihe stellen wir Ihnen hier die Herkunft und den Hintergrund einer Redensart vor. So auch heute wieder. Heute erfahren Sie was die Redensart „etwas auf die lange Bank schieben“ bedeutet und wo der Ursprung liegt.
Bedeutung und Herkunft
„Etwas auf die lange Bank schieben“ bedeutet soviel wie eine Sache sehr lange bewusst aufschieben. Meist handelt es sich dabei um schwierige Entscheidungen und Zwangslagen, die man so lange wie nur möglich herauszögert, um sich nicht damit beschäftigen zu müssen. Gerne schiebt man alle Gedanken an diese Zwangslage zur Seite und wendet sich erst einmal anderen Dingen zu. Doch wie kam es denn überhaupt zu dieser Redensart? Wo lässt sich die besagt lange Bank finden? Und warum „schiebt man etwas“ darauf herum? Die genaue Herkunft dieser Redensart ist nicht geklärt, aber es gibt verschiedene Hypothesen, die versuchen den Hintergrund zu klären. Eine davon lässt sich auf das Mittelalter zurückführen. In ihr wird dargestellt, dass in mittelalterlichen Sälen bei Versammlungen in der Mitte des Raumes kurze Bänke aufgestellt waren. Auf diesen saßen nun die Teilnehmenden der Versammlung und diskutierten über ihre Belange und Probleme. An der Seite des Saals befand sich eine weitere Bank, und zwar eine lange. Konnten sich nun ein paar Streithähne nicht einig werden, wurden sie auf die lange Bank verbannt. Dort mussten sie nun verharren bis die Sitzung beendet wurde und durften erst dann die lange Bank verlassen, wenn eine Lösung für das Problem gefunden war. Und das konnte dauern. So wurden die Probleme, im wahrsten Sinne des Wortes, auf die „lange Bank“ geschoben. Ein anderer sehr plausibler Ansatz lässt vermuten, dass die Redewendung aus der Rechtssprache stammt. Die lange Bank könnte eine lange Truhe sein, in denen früher Akten und Dokumente gelagert wurden. So kam es häufig vor, dass die Akten nicht direkt von einem Sachkundigen bearbeitet wurden, sondern sich die Problemlösung und Entscheidung sehr lange hinauszögerte. Sie wurden eben „auf die lange Bank geschoben“. Weiter wird vermutet, dass der Ursprung dieser Redewendung ins römische Reich zurückzuverlegen ist. Damals war es üblich, dass nach Sonnenuntergang kein Urteil mehr gefällt werden durfte. Ein Abschluss des Verfahrens und somit die Entscheidungsfindung war aber nicht immer vor Einbruch der Dunkelheit möglich. So wurden alle Bänke und Stühle kurz vor Sonnenuntergang umgeworfen. Das war das Zeichen dafür, dass noch kein Urteil gefällt wurde, sondern die Entscheidung noch aussteht und am nächsten Tag wieder aufgenommen wird. So konnte sich ein Verfahren auch einmal mehrer Tage hinziehen.
Rückblick: Letzten Donnerstag stellten wir Ihnen ebenfalls eine interessante Redensart und deren Herkunft vor. „Schwein gehabt“ war das Thema. Und genau das haben Sie jetzt, denn hier können Sie den ganzen Artikel lesen und erfahren warum das rosa Schwein so glücklich macht.
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