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Bevor Sie den Artikel lesen, möchte ich Sie auf folgende Artikel hinweisen, welche weitere hilfreiche Informationen zum Thema enthalten: |
Redensart: Schwein gehabt
„Schwein gehabt“ oder: Das Glück ist mit dem rosa Schwein
Und wieder muss ein kleines, süßes Tier für eine uns allen bekannte Redensart herhalten. Dieses Mal sind es nicht die Esel, die uns zur Herkunft einer Redensart führen. Es geht heute um grunzenden, rosa, sich im Matsch wälzenden Schweine, die den Hintergrund für eine Redewendung liefern. Da haben die anderen Tiere aber noch einmal richtig „Schwein gehabt“, dass sie dieses Mal verschont bleiben und nicht in den Mittelpunkt dieses Artikels rücken. Erfahren Sie hier in unserer wöchentlichen Donnerstagsreihe mehr über die Herkunft der Redensart „Schwein haben“, was sie bedeutet und was der Hintergrund dieses oft gebrauchten Ausspruchs ist.
Was bedeutet diese Redensart?
Man steckt wieder einmal mitten in einer unglaublich schwierigen Matheklausur und kommt einfach kein Stück weiter. Doch da fällt einem das kleine sorgfältig geschriebene Zettelchen ein, mit dem das Lösen der Aufgaben um einiges einfacher wäre. Man packt den Spickzettel aus und merkt gerade noch rechtzeitig, dass der Lehrer einen direkt anschaut und beobachtet. Schnell lässt man das Papier wieder verschwinden und tut so, als ob nicht gewesen wäre. „Da hat aber einer Schwein gehabt“, würde der Volksmund sagen. „Schwein zu haben“ bedeutet also, dass man Riesenglück hatte. Und das meist ein wenig unverdient. Doch woher kommt diese tierische Redensart? Muss man wirklich im stinkenden Schweinestall suchen oder kann man des Rätsels Lösung ganz woanders zu finden?
Herkunft und Hintergrund
Woher diese häufig gebrauchte Redensart genau kommt, dafür gibt es verschiedenste Ansätze. Einer besagt, dass diese Redensart ihren Ursprung im Mittelalter hat. Damals gab es viele Sportfeste, wie z.B. das Augsburger Schießfest, bei dem der Verlierer als Trostpreis ein Schwein erhielt. Der Verlierer hatte also Glück und jetzt zusätzlich auch noch ein Schwein. Und das alles trotz Niederlage. Also hat er im wahrsten Sinne des Wortes „Schwein gehabt“. Eine andere Überlegung besagt, dass das Sprichwort auf ein altes Kartenspiel aus dem 16. Jahrhundert zurückzuführen ist. Damals nannte man die höchste Karte „Sau“, da darauf mehrere Schweine abgebildet waren. Konnte man nun also die „Saukarte“ ziehen und damit das Spiel für sich entscheiden, hat man wirklich „Schwein gehabt“. Ein anderer Aspekt ist, dass der Ausdruck „Schwein gehabt“ gar nichts mit dem rosa Rüsseltier zu tun hat, sondern, dass es eigentlich „Swin gehabt“ hieß. Der Volksmund machte dann einfach zu „Schwein gehabt“ daraus. Swin bedeutet so viel wie Sonne. Und wem die Sonne scheint, der ist mit Glück gesegnet und erfährt kein Leid. Dies kam auch Siegfried im Nibelungenlied zu Gute, der von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang focht, ohne sein Leben zu verlieren. „Swin gehabt“ Wie man sieht, ist es nicht genau zu klären, woher dieses Sprichwort kommt. Aber die vielen Erklärungsversuche ermöglichen einen kleinen Einblick in die weite Welt des „Schweineglücks“. Jetzt kann sich jeder von Ihnen auswählen, welche Geschichte ihm am besten gefällt.
Rückblick: Letzte Woche stellten wir Ihnen vor, wie einem etwas „spanisch vorkommen“ kann. Lesen Sie hier mehr über die Herkunft dieser Redensart und warum uns etwas nicht etwa griechisch oder belgisch vorkommt.
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