Rettet die Allgemeinbildung, Teil 1: Der Friedensnobelpreis

FriedenFrage: Wie viele Deutsche wurden Friedensnobelpreisträger?
Sie wissen bestimmt, dass Willy Brandt, unser ehemaliger Bundeskanzler (von 1969 bis 1974), der letzte deutsche Würdenträger dieses traditionsreichen Preises ist. Im Jahre 1971 wurde ihm für seine mutige Ostpolitik zur Konsolidierung der Bundesrepublik mit Polen und der Sowjetunion der Friedensnobelpreis verliehen. Symbolisch für Brandts Politik und eine wahrscheinlich für alle Zeiten unvergessliche Handlung ist sein Kniefall von Warschau (1970), als er am Mahnmal des Ghetto-Aufstandes von 1943 in die Knie ging. Doch wissen Sie auch wie vielen deutschen Bundesbürgern diese Ehre noch zuteil wurde?

Drei weitere deutsche Friedensnobelpreisträger
Reichskanzler und Außenminister Gustav Stresemann bekam 1926 zusammen mit seinem französischen Pendant Aristide Briand für die Beiträge zum Vertrag von Locarno den Friedensnobelpreis verliehen. Ein Jahr später wurde Ludwig Quidde der zweite Deutsche Würdenträger in dieser Kategorie für seine jahrzehntelangen Bemühungen bei der Organisation der Weltfriedenskongresse, auch er zusammen mit einem Franzosen. Der erste alleinige deutsche Friedensnobelpreisträger war Pazifist und Journalist Carl von Ossietzky, der im Jahr 1936 rückwirkend für das vorangegangene Jahr geehrt werden sollte. Er konnte die Auszeichnung jedoch nicht persönlich entgegen nehmen, da das nationalsozialistische Regime ihm dies verweigerte.

Wissenswertes rund um den Friedensnobelpreis
Der Friedensnobelpreis ist nur einer von fünf Nobelpreisen in verschiedenen Kategorien, die seit 1901 fast jährlich auf zu Ehren des 1896 verstorbenen schwedischen Industriellen Alfred Nobel verliehen werden. Der Schwede legte testamentarisch die Gründung einer Stiftung fest, die aus den Zinsen seines Nachlasses Menschen mit besonderen Verdiensten würdigen sollte. Die Ehrungen werden jedes Jahr am 10. Oktober, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm vorgenommen, lediglich der Friedensnobelpreis wird auf ausdrücklichen testamentarischen Wunsch Nobels in Oslo verliehen. Dies liegt wahrscheinlich darin begründet, das Schweden und Norwegen damals noch vereint waren und Nobel den Schweden, die für die Außenpolitik zuständig waren, die nötige Objektivität in dieser Angelegenheit absprach.


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