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Allgemeinbildung: Wer erfand eigentlich den BH?
Frage: Wer erfand eigentlich den BH?
Die meisten Frauen tragen ihn täglich und in wilden Männerfantasien darf er auch auf keinen Fall fehlen. Ob mit Spitze geschmückt, aus reiner Baumwolle, gepolstert oder mit Bügeln, rot, blau oder schwarz, zur Zierde oder nur zur Stütze – den BH gibt es in allen Variationen, Formen und Farben. Er setzt die Argumente einer jeden Frau gekonnt in Szene oder mogelt hier und da noch ein bisschen dazu damit beim Oktoberfest auch alles da sitzt, wo es hingehört. Auch die praktischen Aspekte, z.B. die stützende Funktion beim Sport, sollten nicht außer Acht gelassen werden. Doch wer erfand den Büstenhalter denn eigentlich? Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema und erfahren sie, wie der BH in den Kleiderschrank der Frau von Heute kam.
Zurück zu den Anfängen
Die Anfänge der BH-tragenden Frau, lassen sich bis ins antike Griechenland zurückverfolgen. Hier trugen Frauen, die an Sportveranstaltungen teilnahmen, schon büstenhalterähnliche Stoffteile, die gekonnt um die Brust gewickelt wurden. Es wird auch vermutet, dass dieses „abbinden“ darauf zurückzuführen ist, dass die Damen in der männlichen Welt des Sports ein wenig maskuliner wirken wollten. Frauen nutzten aber auch schon damals die Möglichkeiten, die ein BH heute bietet und bedeckten und stützten ihre Brüste mit Leinenstreifen. Ab dem 19. Jahrhundert trugen die Frauen dann „Brustleibchen“, die sie mit Watte oder Ähnlichem auspolsterten, damit die Brustwarzen nicht zu sehen waren. Um 1810 gab es dann die ersten Schnürmieder. Danach folgte eine lange Zeit des Korsetttragens. Mechanische Korsetts mit Metallösen und stützenden Metallstangen wurden unter der Oberbekleidung getragen. Um 1880 waren dir Frauen gezwungen bis zu zwei Kilogramm Unterwäsche „drunter“ zu tragen: Hose, Hemd, “Anstandsrock”, Korsett, Halbunterrock und Untertaille. So sah die Unterbekleidung einer Dame mit Anstand damals aus. Nicht zu vergleichen mit dem Hauch von Nichts, das heutzutage von den Damen bevorzugt wird.
Der erste BH wird in Europa patentiert
Das erste Patent auf einen modernen BH ließ die Französin Herminie Cadolle 1889 in Paris eintragen. In Deutschland ließ Hugo Schindler ebenfalls seine Idee für einen BH patentieren. Das fand um 1891 statt und war das erste kaiserliche Patent auf einen Brusthalter, das es jemals in Deutschland gab. Das gute Stück bestand aus einem Gürtel, an dem zwei Kappen befestigt waren, die oben von zwei Bändern gehalten wurden. Nicht besonders schön, aber praktisch. Und viel bequemer als ein Korsett, das die Damen von damals doch stark in ihrer Bewegungsfreiheit einschränkte. 1899 meldete Christine Hardt aus Dresden ihre „Büstenhalterung“ zum Patent an. Diese „Halterung“ bestand aus zwei Taschentüchern und Hosenträgern. Das war im Prinzip der erste richtige BH. Er sollte den Frauen helfen, bei der Hausarbeit und anderen Tätigkeiten, nicht von störenden Metallstangen oder ähnlichem gestört zu werden, wie es beim Korsett ständig der Fall gewesen war.
Amerika zieht nach
Mary Jacobs ließ 1914 ihren Büstenhalter patentieren und verkaufte anschließend die Rechte an die Warner Brothers Corset Company. Sie hatte eine elegante Art des Büstenhalters erfunden und nach dem Verkauf an die Company war der Siegeszug des Büstenhalters nicht mehr aufzuhalten. Mary Jacobs gilt als Erfinderin des BHs, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie einen guten Geschäftssinn hatte und ihren Büstenhalter vielerorts bekannt machte. Ab ca. 1914 wurden Büstenhalter in Fabriken hergestellt.
Der Büstenhalter löst das Korsett endgültig ab
Während des ersten Weltkrieges löste der BH das Korsett vollständig ab. Die ärmeren Frauen mussten mit Büstenhaltern aus Leinen vorlieb nehmen, die reicheren Damen konnten sich hingegen BHs aus Seide, Musselin oder Batist leisten. In den 30er Jahren wurden dann die Standardgrößen für BHs eingeführt. Damals waren runde Büstenhalter der neueste Schrei, da sie Kurven der Frau sehr gut zur Geltung brachten. Um 1950 folgten dann die spitz geschnittenen BHs. Die Frauen zeigten, was sie hatten. Zu dieser Zeit wurde schon eine hohe Qualität erreicht. Stretchstoffe fanden Einzug in die BH-Industrie. Das war der so genannte „New Look“. Von da an gab es gepolsterte Körbchen, Metallbügel unter den Körbchen und Push-up-BHs. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Und heute?
Der BH durchlief, so wie alle Kleidungsstücke, einen Wandel mit der Zeit. Auch heute noch finden wir verschiedenste Modelle. Sport-BHs, Still-BHs, mit Geleinlagen , Push-Ups oder BHs mit Luftkissen zum Aufpumpen. Verschiedene Stoffe werden verwendet und den farblichen Wünschen sind keine Grenzen gesetzt. Der heutige BH hat nichts mehr mit den Leinenkonstruktionen von früher zu tun. Was für ein Glück die Frauen heute doch haben, dass einer auf die brillante Idee kam und den BH erfand.
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