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Rettet die Allgemeinbildung, Teil 25: Lotto
Frage: Wer hat das Lotto-Spiel erfunden?
Nachdem der spektakuläre 43 Millionen Jackpot nun an seine Gewinner verteilt wurde, kehrt wieder der Alltag in deutschen Haushalten und vor allem in den deutschen Lotto-Stuben ein. Die Wahrscheinlichkeit beim Lotto viel Geld zu gewinnen ist erbärmlich gering und von großem Spielspaß kann man auch nicht unbedingt erzählen. Trotzdem begeistert dieses Glücksspiel Woche für Woche Millionen Deutsche. Doch seit wann gibt es Lotto und wie kam man überhaupt auf die Idee Lotto zu spielen? Alles fing mit der Ratsherrenwahl in Genua an…
Lotto di Genova
Ja, die Italiener hatten schon immer komische Sitten. Diese Sitte schrieb Geschichte. Wenn im 15. Jahrhundert in Genua die neuen Ratsherren ernannt werden sollten, gab es 90 Kandidaten aber nur fünf „Gewinner“. Gewählt wurde dabei nicht, denn es wurde dem Zufall überlassen wer die Stadt regiert. Zettel mit den 90 Namen kamen in einen Topf und anschließend wurden die Auserwählten gezogen. Man sprach diesem Prinzip auch etwas göttliches zu, denn schließlich bestimme dieser letztendlich wer gezogen würde. Ein pfiffiger Geschäftsmann namens Benedetto Gentile machte daraus ein kleines Wettgeschäft. Er tauschte die Namen gegen Nummern aus und die Bürger der Stadt konnten nach dem Prinzip „5 aus 90“ Wetten abschließen.
Lotto-Fieber nach dem Krieg
In Deutschland ist die erste Verlosung dieser Art in Hamburg 1611 datiert. Damals finanzierte man mit über 20.000 Sachgewinnen, die über einen Zeitraum von drei Jahren gesammelt und innerhalb von 57 Tagen verlost wurden, den Bau eines Zuchthauses. Nachdem man in Europa eine zunehmende Verarmung unter leidenschaftlichen Lottospielern feststellte, wurde in Deutschland Lotto tatsächlich für etwa 150 Jahre verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch kehrte das Suchtspiel zurück. 1945 fand in Berlin wieder eine erste Verlosung statt, es dauerte dann aber fast zehn Jahre bis auch weitere Bundesländer ins Spiel einstiegen und eine große Welle auslösten. Im Oktober 1955 fand schließlich die erste große Ziehung nach dem System „6 aus 49“ statt. Bis 1958 waren alle Westdeutschen Bundesländer mit von der Partie und 1965 gab es die erste Fernsehübertragung der Ziehung der Lottozahlen.
Zahlen und Fakten
Die Gewinnchance „Sechs Richtige“ in Deutschland zu haben, beträgt etwa eins zu 14 Millionen. Wenn man auch noch die Superzahl haben möchte, wird die Wahrscheinlichkeit um den Faktor zehn geringer – also 1: 140 Millionen! In Italien spielt man übrigens nach dem an die Tradition angelehnten System „6 aus 90“, bei dem die Chancen nur unwesentlich schlechter stehen, und zwar 1: 622 Millionen. Die erste Zahl die in Deutschland übrigens gezogen wurde, ist die sagenumwobene 13. Am häufigsten wurde bisher die 38 gezogen, wobei statistisch natürlich alle Zahlen gleich oft gezogen werden. Hätten den letzten Jackpot nicht drei, sondern nur einer geknackt, so wäre es der höchste Einzelgewinn aller Zeiten gewesen. Daher bleibt der Deutsche Spitzenreiter aus dem Oktober 2006 mit über 37 Millionen unangefochten. Der höchste weltweit verzeichnete Gewinn kommt natürlich mal wieder aus den USA, wo im März 2007 unfassbare 390 Millionen Dollar verspielt wurden.
Rückblick: Letzte Woche befassten wir uns mit der Frage warum man als Leichtathlet im Stadion eigentlich gegen den Uhrzeigersinn läuft. Liegt es an der menschlichen Anatomie oder haben die Engländer wieder ihre Finger im Spiel?
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