Rettet die Allgemeinbildung, Teil 8: Die Fernbedienung

Fernbedienung„Gib mir mal die Macht“
Um Macht zu besitzen, reicht eine einfache kleine Erfindung – die Fernbedienung. Damals noch für den Fernseher, heute schon allgegenwärtig und für alle nur vorstellbaren Geräte zu verwenden. Da es sie in deutschen Haushalten insgesamt rund 120 Millionen mal gibt, erklärt sich auch ihre sprichwörtliche Macht. Durch Vielseitigkeit und Raffinesse zeichnet sich das als „Zepter der Neuzeit“ bezeichnete Instrument aus. Doch wer weiß wo sie herkommt und wie sie funktioniert?

Die Geschichte
Im Prinzip wurde mit den ersten Fernsehgeräten auch gleich die Fernbedienung erfunden, und wer hätte es gedacht – es waren die faulen Amerikaner. Das war 1948 und der kleine Kasten war noch per Kabel mit dem Fernseher verbunden. Aber da es auch noch nicht viel zum Umschalten gab, konnte man mit dieser Fernbedienung lediglich Bildausschnitte vergrößern oder verkleinern. 1950 schließlich wurde der erste Schaltkasten zum Wechseln der Programme erfunden – symptomatischerweise hieß das Gerät „lazy bones“ und sollte mit dem Namen, der wörtlich übersetzt „faule Knochen“ heißt, ihren wegeersparenden Charakter unterstreichen. In Deutschland wurden die ersten Fernbedienungen für das Radio genutzt. So gab es zum Beispiel 1954 im TV nur die ARD, während das ZDF 1963 auf Sendung ging. Im Jahre 1955 kam dann die erste kabellose Fernbedienung auf den Markt, die jedoch noch nicht ausgereift war und sich wegen lichtempfindlicher Sensoren TV-Geräte häufiger durch Sonnenstrahlen einschalteten. Mit dem steigenden Programmangebot und technischen Entwicklungen am Fernseher, stieg die Bedeutung der „Wunderkiste“ über die Jahrzehnte immens. Heutzutage werden neben dem TV und seinem Zubehör wie DVD-Player usw. auch alle HiFi-Geräte, der Heim-PC sowie das Garagentor und die Autotür per Fernbedienung geregelt. Und der Gipfel ist noch lange nicht erreicht. In Zukunft soll die Fernbedienung mit der zunehmenden Technik im Haushalt eine immer größer werdende Rolle in unserem Alltag einnehmen, wenn zum Beispiel der PC auch mit dem Mixer verbunden ist.

Die Technik
Um nicht langweilig zu werden, ersparen wir Ihnen die Unterschiede von Frequenzbereichen, gewähren aber einen Einblick in die Vielseitigkeit der Erfindungen. Anfangs ging tatsächlich ohne direkte Verbindung nichts. Das Kabel enthielt entweder elektrische Leiter, wie bei den ersten TV-Fernbedienungen, oder sogar Drähte, die über Hebel mechanische Wirkung hervorriefen. Die kabelfreien Geräte setzten sich natürlich durch und griffen auf alle möglichen Wellen, die durch die Gegend schwingen können zurück. So zum Beispiel der Schall – immer noch reagieren Anrufbeantworter mit der Aufnahme ab dem Piepston. Der Ultraschall setzte sich nicht durch, da einige Tiere diese Frequenzen hören können und unter Umständen heftig darauf reagieren. Die Funkwellen haben den großen Vorteil, dass sie durch Wände durchgehen und man folglich keinen Sichtkontakt zum Empfänger benötigt, was zum Beispiel bei vielen Garagentoröffnern genutzt wird. Sie sind aber sehr anfällig für Störsignale. Am häufigsten trifft man heute noch die Fernbedienung mit Infrarot-Wellen, weil sie in der Regel bei Fernsehern und deren Artverwandten benutzt wird. Drückt man eine Taste, wird ein bestimmter Code mit dem Lichtsignal abgeschickt und kommt beim Empfänger in einem gegen Sonnenlicht gesperrten Sensor an. Auf dem Vormarsch befindet sich natürlich auch die Bluetooth-Technologie, die in immer mehr Bereichen Anwendung findet – noch hauptsächlich beim Datenaustausch mit dem Handy.

Rückblick: Letzte Woche haben wir das Mysterium des Blitzableiters in unserer Bildungsreihe “Rettet die Allgemeinbildung” vorgestellt. Schauen Sie nochmal nach und machen Sie sich auch mit den anderen spannenden Themen vertraut.

Vorschau: Nächste Woche geht es wieder spektakulär weiter, aber erstmal stellen wir Ihnen morgen im Rahmen der täglichen Bildungsreihen einen neuen interessanten Nebenjob vor.


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