Kommunikation mal anders – Gebärdensprache

GebährdenspracheEine gute Kommunikation ist die Basis einer jeden Geschäftsbeziehung und auf dem internationalen Markt ist das nicht immer leicht.
Deswegen gilt es heutzutage als enormer Vorteil so viele Sprachen wie möglich zu sprechen, das kommt etwa beim Bewerbungsgespräch sehr gut an. Deutsch ist ja klar, aber auch Englisch und Französisch werden fast als Selbstverständlichkeit angenommen. Spanisch oder Italienisch? Vielleicht noch Chinesisch, die Sprache der kommenden Supernation? Die Sprache, die an dieser Stelle vorgestellt werden soll, gehört nicht in diese Kategorie Sprache, die jeder unbedingt lernen möchte, aber trotzdem verdient sie unsere Aufmerksamkeit. Es ist eine Sprache, die soziale Kompetenz ausdrückt; eine Sprache, die zum Erlernen großes Interesse und Begeisterungsfähigkeit voraussetzt; eine Sprache, die nicht einmal gesprochen, sondern gebärdet wird – die Gebärdensprache.

Seit 2002 das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) in Kraft trat, findet die Sprache der Gehörlosen (der Ausdruck taubstumm wird oft als abwertend empfunden) auch von offizieller Seite die angemessene Anerkennung. So bieten auch verschiedene Hochschulen wie die Universität Hamburg, die Fachhochschule Magdeburg-Stendal oder auch die Westsächsische Hochschule Zwickau die Ausbildung zum Gebärdensprachdolmetscher an, andere Hochschulen bieten ebenfalls Teilzeitstudiengänge in diesem Bereich an. Nicht jeder Interessierte will natürlich direkt ein Studium beginnen, weshalb es auch Freizeitkurse für Gebärdensprache gibt. Besonders beliebt sind hier die Volkshochschulen.

Gebärdensprache ist eine eigenstänige Sprache, die genauso komplex ist wie eine gesprochene Sprache, aber vielleicht noch schwieriger im Erlernen. Denn für den sprechenden Menschen, gerade aber für uns Deutsche oder andere nördlichere Kulturen, scheint es doch sehr befremdlich zu sein, den ganzen Körper zum kommunizieren zu benutzen, während Südländer bekannt für ihre temperamentvolle Kommunikation sind. Denn Gebärdensprache wird keineswegs nur mit den Händen gesprochen, auch der Mimik und der Körperhaltung kommen wichtige Funktionen zu. Besondere Nuancen von Emotionen zum Beispiel werden nicht durch Adjektive, sondern allein durch Mimik ausgedrückt. Auch die Satzart – Aussage, Befehl, Frage – wird durch den Gesichtsausdruck angezeigt.

Was die wenigsten Leute wissen ist, dass es nicht nur eine Gebärdensprachen gibt, unter denen die American Sign Language (ASL) die verbreitetste ist. International wird eine angeglichene internationale Gebärdensprache zur Kommunikation genutzt, was dadurch möglich ist, dass die einzelnen Gebärdensprachen untereinander nicht entscheidend voneinander differieren. In Deutschland wird die Deutsche Gebärdensprache (DGS), in unseren deutschsprachigen Nachbarländern die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS), sowie die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) benutzt. Innerhalb dieser einzelnen Sprachen gibt es sogar noch regionale Unterschiede, also Dialekte, die sich aber oft nur durch die Gebärden voneinander unterscheiden.

Für Wörter, die keine Gebärde haben, also vor allem Namen, oder wenn man eine Gebärde vergessen hat, bedient man sich des Fingeralphabets, das alle Buchstaben und Zahlen mit einer bestimmten Handhaltung darstellt. Hat man einmal seinen Namen fingerbuchstabiert, gibt man sich jedoch zur Vereinfachung der Kommunikation einen anderen Namen, meistens eine Gebärde für eine typische Eigenschaft.

Für mehr Infos und einen Online-Schnupperkurs: http://www.visuelles-denken.de


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