Wer eine zweite Fremdsprache lernt, vergisst die erste

In unserer Serie « Sprachlernfehler» hatten wir neulich über die Denkweise  « Wer weniger redet, macht weniger Fremdsprachenfehler » berichtet. In diesem Artikel geht es um einen weiteren interessanten Punkt beim Sprachen lernen – das Vergessen oder Verlernen von Fremdsprachen.

Leseempfehlungen:

Wie gut kann ich die erste Fremdsprache ?

Zuallererst stellt sich die Frage, zu welchem Zeitpunkt Sie mit dem Studium einer zweiten Fremdsprache beginnen. Wie gut beherrschen Sie die erste Fremdsprache ?

Umso besser man die erste Fremdsprache beherrscht, umso schwerer ist es, sie zu « vergessen ». Es ist daher ratsam, erst dann mit einer zweiten Fremdsprache zu beginnen, wenn man bereits über ein gutes Sprachniveau in der ersten verfügt.

Welche zweite Fremdsprache wähle ich ?

Ein weiterer Faktor, der sich auf die Sprachfertigkeit in unserer ersten Fremdsprache auswirkt, ist die Ähnlichkeit der Sprachen die man lernt.

Um so ähnlicher sich die zwei Fremdsprachen sind, welche Sie lernen bzw. gelernt haben, um so eher kann es zu Verwechslungen kommen, erst recht, wenn Sie die erste Fremdsprache nicht mehr regelmässig nutzen und anwenden.

Vergesse ich die erste Fremdsprache ?

Das Wort « vergessen » ist vielleicht nicht die beste Wahl, um dass zu beschreiben, was in unserem Kopf passiert.

In erster Line wird die Sprache aus dem « Alltagsgedächtnis » , d.h. dem täglich anwendbaren Wissen, dem aktiv verfügbaren Wortschatz, vedrängt, sobald man sich nicht mehr täglich mit ihr beschäftigt.

Ähnlich wie bei anderen Tätigkeiten – was man nicht anwendet, nicht macht bzw. nicht praktiziert, gerät in Vergessenheit, rostet ein. In dem Moment, in dem man aufhört eine Fremdsprache zu gebrauchen, gerät sie ein wenig ins Abseits.

Um eine Sprache wirklich zu vergessen, darf man sie gar nicht benutzen – über Monate und Jahre hinweg – und selbst dann bleiben meist noch bruchstückhafte Sprachkenntnisse übrig.

Wie oft beschäftige ich mich mit den beiden Fremdsprachen ?

Wenn Sie mit dem Lernen einer zweiten Fremdsprache beginnen, sollten Sie auch immer Zeit einplanen für das Auffrischen bzw. Anwenden der ersten Fremdspache.

Es kostet viel weniger Aufwand bereits Gelerntes auzufrischen, daher finden sich hierfür immer ein paar Minuten.

Sie können dies abwechslungsreich gestalten, in dem Sie Selbstgespräche führen, Zeitungsartikel lesen, Videos schauen, ins Ausland telefonieren oder regelmässig Freunden in der Fremdsprache schreiben.

Ganz clever: Sie lernen die zweite Fremdsprache in der ersten Fremdspache.

Wenn Sie ein gutes Niveau in der ersten Fremdsprache haben, können Sie sich Lehrbücher in jener Sprache kaufen um in dieser Sprache die neue (zweite) Fremdsprache zu Erlernen.

  • Beispiel: Sie kaufen sich ein englisches Lehrbuch zum Spanisch lernen.

Fazit zum Lernen mehrerer Fremdsprachen

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, wie meine Fremdsprachenkenntnisse vorrübergehend verschwanden.

Ich war nach Spanien gegangen um Spanisch zu lernen und fing bei Null an. Nach wenigen Wochen konnte ich schon einiges sagen, aussprechen und aufschreiben. Doch als mich eine englische Touristin auf Englisch nach dem Weg zu Strand fragte, blieb mir sprichwörtlich die Spucke weg.

Anstatt des englischen Wortes für Strand (beach) fand ich in meinem Kopf nur das spanische Wort (la playa). Selbst eine einfache Wegbeschreibung viel mir so schwer, dass ich schliesslich mit einem (I’m sorry) passen musste.

Wohlgemerkt hatte ich ein gutes Sprachniveau auf Englisch (Schulenglisch, Reiseenglisch, Smalltalkenglisch),  welches ich vorher regelmässig nutzte und immer für einen kurzes Gespräch ausreichte. Doch an jenem Tag streikte mein Gehirn.

Monate später, ohne dass ich mein Englisch aufgefrischt hatte, konnte ich mich wieder problemlos auf Englisch unterhalten – und zwar genauso gut bzw. schlecht wie vorher.

Es ist natürlich immer besser, alle Fremdsprachenkenntnisse über die man verfügt regelmässig anzuwenden, in meinem Fall hat sich das Konzentrieren auf eine Fremdsprache aber nicht negativ ausgewirkt und dazu geführt, dass ich sehr schnell Spanisch lernte.

Mein persönliches Fazit lautet daher:

Das Lernen einer zusätzlichen Fremdsprache stört nicht, sondern ist hilfreich. Wer vorrübergehende Fremdsprachenblackouts vermeiden will, sollte alle Fremdsprachen die er beherrscht regelmässig anwenden. Übung macht den Meister.

Der 6. Denkfehler lautet: Gekaufte Karteikarten sind effizienter als selbst erstellte.

Bitte schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema!


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