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Der Dichterische Freitag – Kolumne 38/07
Kolumne 38/07: Zum an den Kopf fassen!
Kaum kommen wir aus dem wohlverdienten Spanien-Urlaub wieder und haben uns soeben von der ernüchternden Leistung mit „möchtegern- versöhnlichem-Ende“ der deutschen Basketball- Nationalmannschaft erholt, da machen die Amerikaner jagt auf ihre Studenten mit Elektroschockgeräten, Frau Pauli von der CSU schockt uns mit der „befristeten Ehe“ und die deutschen Fußball-Teams in der Champions-League werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Ernüchternde B-Baller
Als leidenschaftlicher Basketballer war es natürlich meine Pflicht jedes mögliche Spiel der gerade abgelaufenen Basketball Europameisterschaft mitzuverfolgen. Da ich mich während der gesamten Zeit aber nicht in Deutschland, sondern direkt im Lande des Gastgebers befand, konnte ich auch die Vorzüge des freien Fernsehens im vollen Maße genießen. Unser Redakteur Tim musste erst überzeugt werden von der Faszination Basketball, womit sich die Deutschen zumindest am ersten Spieltag größte Mühe gegeben haben. Trotz der katastrophalen Niederlage gegen die Slowenen hatten wir den überzeugten Fußballer pünktlich zum Viertelfinale endgültig angesteckt mit unserer Begeisterung für den Sport um das orangene Leder. Und dann das! Miserable Leistung und eine absolute Demütigung gegen den Gastgeber Spanien. Noch enttäuschender als das Spiel des deutschen Teams – ab dem zweiten Viertel – war jedoch das Verhalten einiger spanischer Spieler, die es nicht bis zum Abpfiff schafften ihre unangebrachte Arroganz für sich zu behalten. Bis zu dem Zeitpunkt als Pau Gasol, der spanische Superstar, auf die Idee kam den deutschen Aufbauspieler Steffen Hamann damit zu demütigen ihm den Ball mehrfach auf den Kopf zu setzen, hätte auch ich den Iberern den Finalsieg gewünscht. Aus dieser Perspektive geht der Last-Minute-Erfolg der Russen also vollkommen in Ordnung (siehe Videoclip). Deutschland hat sich tatsächlich noch den fünften Platz erkämpft und erhält sich somit die Chance bei Olympia 2008 teilnehmen zu können.
„Das verflixte siebte Jahr“
Das hat sich Frau Pauli wohl gedacht, nachdem auch bei ihr bereits zwei Ehen in die Brüche gegangen sind. Eigentlich ist die CSU-Politikerin auf einem guten Wege gewesen die Nachfolge von Edmund Stoiber anzutreten, doch mit der „befristeten Ehe“ als einem ihrer Hauptpunkte im Wahlkampf, hat sie sich jetzt ins eigene Bein geschossen. Nicht nur parteiintern – da empfiehlt Stoiber ihr nämlich aktuell den Rücktritt – sondern auch in der Öffentlichkeit empfindet man den Vorschlag, eine Ehe nach sieben Jahren zu verlängern oder auslaufen zu lassen, als lächerlich. Wir finden zusätzlich: Frau Pauli hat die armen Scheidungsanwälte vergessen, die dann alle arbeitslos werden würden. „Weiter so!“ Neben Klimawandel, Bildungskrise und Co. haben wir ja sonst keine Probleme.
Staatsfeind Student
Andrew Meyer heißt der arme Vogel von der Universität zu Florida. Dort war nämlich John Kerry, der ehemalige Kontrahent von George W. Bush in den Präsidentschaftswahlen, zu Gast, um einen Vortrag zu halten. Andrew Meyer war einer der Studenten, die auch ein paar Fragen an den Senator hatten, doch waren diese der Campus-Polizei zu aufmüpfig. Während Kerry sich bereit erklärte auch äußerst kritische Fragen zu beantworten, führten die „Möchtegern-Cops“ den Studenten ab und verpassten ihm Elektroschocks, obwohl dieser darum flehte nicht „getasert“ zu werden. Des Weiteren lag er bereits hilflos am Boden. Der Dekan der Universität ist über das Vorgehen seiner Schutzleute ebenso empört wie ein Großteil der Bevölkerung und hat während der laufenden Untersuchungen zum Fall mehrere Wachleute beurlaubt. Schauen Sie sich den Clip an und machen Sie sich Ihr eigenes Bild – „God Bless America“.
Die 5 Punkte-Wertung
Der deutsche Fußball-Fan hat Angst vor der 5 Punkte-Wertung. Die regelt im europäischen Fußball nämlich die Vergabe von internationalen Startplätzen. Wer im Europapokal, also in der Champions-League oder im UEFA-Cup, gut abschneidet, darf im nächsten Jahr mehr Teams zu den jeweiligen Wettbewerben schicken. Zumindest in der Königsklasse haben die deutschen Teams gepatzt: Werder und Schalke schienen chancenlos und Stuttgart wurde nach der Führung überrannt. Im UEFA-Cup präsentierten sich unsere Schützlinge jedoch souverän. Glanzlos aber erfolgreich sammelten Hamburg, Leverkusen, München und Nürnberg Punkte. In zwei Wochen geht es im Oberhaus des europäischen Rasensports dann weiter und die Deutschen können Wiedergutmachung üben.
Tipp für das kommende Wochenende
Für die nächsten Tage bleibt uns in diesem Jahr wohl zum letzten Male zu sagen, dass Sie bloß nicht zu Hause versauern dürfen, denn aller Voraussicht nach wird es eines der letzten schönen Wochenenden was das Wetter betrifft. Je weiter Sie in Richtung Süden kommen, desto besser soll es werden. Bis zu 21 Grad. Das kann mit Südspanien natürlich nicht mithalten, sollte aber genutzt werden, bevor der DVD-Abend das Freizeitprogramm bestimmt.
Damit verabschiede ich mich fürs erste und wünsche allseits ein angenehmes Wochenende.
Ihr Schreiberling Thomas
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